47 Absolventen der beiden 10. Kassen der Sekundarschule "Albert Niemann" haben den erweiterten oder den Realschulabschluss beziehungsweise einen Hauptschulabschluss geschafft. Zu ihrer feierlichen Zeugnisübergabe kamen sie ein letztes Mal in der Schulaula zusammen.

Erxleben l Sechs gemeinsame Jahre in der Sekundarschule "Albert Niemann" Erxleben liegen hinter den 47 Mädchen und Jungen, die ihre gemeinsame Schulzeit mit der feierlichen Zeugnisübergabe hinter sich lassen können. "Viel liegt hinter uns. Wir haben Höhen und Tiefen miteinander erlebt, ob in der Schule, auf Klassenfahrten oder anderswo. Bei uns war immer was los", sagten die beiden Abschlussredner der Absolventen, Fabian Tietzsch und Nick Krzemien.

Im Verlauf der letzten sechs Jahre sind aus zwei turbulenten 5. Klassen freundliche, respektable junge Erwachsene geworden, würdigte Schulleiterin Regina Beck-Mischak den Abschlussjahrgang. Und jeder einzelne habe mit seiner Individualität die Entwicklung der Klassen geprägt. Jeder habe sich auf seinem Weg gestärkt und könne nun selbstbestimmt agieren - mit sicherem Kompass auf dem eigenen Weg.

Allerdings, räumte die Schulleiterin rückblickend ein, habe es in der letzten Zeit eine recht unterschiedliche Entwicklung der Klassen gegeben. Probleme schlichen sich ein, die Anlass zu Sorgen gaben. Das sei bedauerlich, denn die Schulzeit sollte im Nachhinein immer als eine besonders sorglose und damit schöne Zeit in der Erinnerung bleiben, meinte die Schulleiterin.

Denn wie sagte schon Hans Kruppa: Du weißt nicht, was du hattest, bis du es verlierst.

Am Tag der Abschlussfeier allerdings überwogen wieder Stolz und Freude darüber, dass die Schulzeit zu Ende geht und neue Freiheiten winken.

Erinnerungen an den ersten Trommelkurs in der Schule wurden noch einmal wach. Aus Zehn-Liter-Plasteeimern aus Essenslieferungen wurden Trommeln gefertigt, die nicht lange hielten. Unvergesslich auch die Kochshow des MDR mit Heike Baxmann, vor allem aber das Engagement der Schüler im Bereich Musik, Theater und Sport.

"Ihr habt uns viel Freude bereitet und die Zuschauer begeistert", sagte Regina Beck-Mischak. Das unterstrichen die Absolventen ganz zum Schluss mit einem gemeinsamen Lied, "ganz freiwillig einstudiert", wie Chorchef Peter Schmidt versicherte.

Die Prüfungen der vergangenen Wochen hatten den Schülern einiges abverlangt. Nach den schwierigen schriftlichen Prüfungen in den Hauptfächern meldeten sich viele zu mündlichen Zusatzprüfungen in Deutsch, Mathematik und Englisch an. Teilweise wurden bis zu vier mündliche Prüfungen absolviert.

"Das war Herausforderung und Bewährung, Stress und ein wichtiges Erfahrungsfeld", betonte die Schulleiterin. Gute und sehr gute Leistungen erstaunten selbst die Prüfungskommission, allerdings kamen auch einige lustige Anekdoten ans Tageslicht.

Ein Beispiel: Auf die Standardfrage zu Beginn jeder Prüfung: Bist du gesund? kam die Antwort eines Schülers: Kann ich erstmal das Thema sehen, bevor ich antworte?

"Wir gehen mit vielen neuen Erfahrungen, reichlich Selbstvertrauen und einer geballten Ladung Wissen, das wir uns in den letzten sechs Jahren hier aneignen durften. Aber - und das ist ebenso erfreulich wie erleichternd für alle Beteiligten - wir gehen jetzt unseren eigenen Weg", beschrieben die beiden Festredner der Schülerschaft, nicht, ohne sich bei Lehrern und Eltern für Vertrauen, Herzlichkeit, Kampfeswillen, Akzeptanz und Toleranz zu danken.

Insbesondere die beiden Klassenleiterinnen, Elke Steinmüller und Petra Pitschmann, hätten die Schüler "herzlich aufgenommen und ein starkes Kämpferherz bewiesen", das die Schüler immer mal wieder auf die Probe gestellt hatten. "Sie akzeptierten und tolerierten uns so wie wir waren und sind. Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar", sagte Nick Krzemien. Doch auch vielen anderen Lehrern seien sie zu großem Dank verpflichtet, denn ohne deren "moralischen Beistand" wären viele sicher nicht so weit gekommen.

Für die Neuntklässler, die ihr Abschlusszeugnis ebenfalls schon erhielten, gab es in ihren Klassen eine eigene kleine Feierstunde.