Nach der Arbeit am Ohrestrand entspannen, ein kühles Getränk genießen und vielleicht noch ein bisschen Volleyball spielen - das wird es in Haldensleben nicht geben. Zumindest nicht an der Ohre und nicht in diesem Jahr. Doch vielleicht 2015 am Mittellandkanal.

Haldensleben l Sommer? Haben wir. Wasser? Haben wir. Strand? Haben wir nicht. - Und genau an letzterem scheiterte der Antrag von Die Fraktion zur jüngsten Haldensleber Stadtratssitzung. Fraktionsvorsitzende Regina Blenkle (FUWG) hatte beantragt, dass die Stadtverwaltung beauftragt werden sollte, in Zusammenarbeit mit den kommunalen Gesellschaften der Stadt - Stadtwerke und Wohungsbaugesellschaft - für den Sommer 2014 eine Strandlounge mit Beachvolleyballfeld an der Ohre zu errichten.

Allein schon mit der Formulierung hatte Stadtratsvorsitzender Guido Henke (Die Linke) Probleme. "Mit diesem Antrag legen wir fest, was Wobau und Stadtwerke zu tun haben. Das können wir aber gar nicht. Daher ist der Antrag so nicht zulässig und müsste dementsprechend geändert werden", sagte er. Woraufhin Blenkle umformulierte, dass die Stadtverwaltung gemeinsam mit den kommunalen Gesellschaften die Errichtung einer Strandlounge prüfen sollte.

Mit Blick auf das Datum - die Sitzung fand am 10. Juli statt - bemerkte Bürgermeister Norbert Eichler (CDU), dass ein solches Ansinnen für diesen Sommer sowieso nicht mehr zu realisieren sei. "Übrigens gab es die Idee zu einer Strandlounge bereits im Jahr 2008 - und zwar von den Haldensleber Stadtwerken", fügte er hinzu.

Ohre schreckt als Mückengebiet Besucher ab

Schon damals sei das Vorhaben gescheitert, weil es keinen geeigneten Platz dafür an der Ohre gibt. Schließlich sei es nicht damit getan, irgendwo ein paar Tonnen Sand abzukippen, meinte er. "Dafür müssen ja auch bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden, wie beispielsweise die Ver- und Entsorgung. Darüber hinaus ist der Bereich an der Ohre auch ein Mückengebiet", erklärte er.

Die Stadtverwaltung hatte aus diesem Grund den Bereich an der Hängebrücke favorisiert. "Aber das war schon aus baurechtlichen Gründen nicht möglich wegen der angrenzenden Wohnbebauung. Bei solch einer Strandlounge ist ja nicht automatisch um 22Uhr Feierabend", machte der Bürgermeister deutlich. Zudem sei es nicht möglich gewesen, auch einen Betreiber für die Einrichtung ins Boot zu holen.

Allerdings, so betonte Eichler, sei die Verwaltung weiter an dem Thema dran. Als Alternativstandort ist der Bereich an der Mittellandkanalbrücke bei Althaldensleben im Gespräch. "Dort, am großen Rückhaltebecken, wäre die Möglichkeit für eine Strandlounge gegeben. Da wären Ver- und Entsorgung des Geländes nicht solch ein großes Problem wie an der Ohre", schätzte Eichler ein. Auch zur nächsten Wohnbebauung sei noch genügend Abstand, um Belästigungen zu vermeiden.

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahres sollte das Thema in den Schul-, Kultur-, Sozial- und Sportausschuss überwiesen werden, beantragte Mario Schumacher (CDU). Dort könne dann in aller Ruhe für das nächste Jahr geplant werden. Ein Antrag, der einstimmig im Stadtrat befürwortet wurde.