In der Bodendorfer Schlosskapelle herrscht emsige Betriebsamkeit. Ein Restauratorenteam ist derzeit damit beschäftigt, dem barocken Bau seinen alten Glanz zurückzugeben. Bis zum Seegottesdienst am 17. August soll alles fertig sein.

Bodendorf l "Diese Kapelle ist ein Gesamtkunstwerk", lobt Andrea Himpel, die Leiterin des Restauratorenteams. "Jedes Detail, jede Farbgebung hatte einen Sinn und folgte einem Konzept. Es ist reizvoll, das wiederherzustellen." Zusammen mit Gemälderestauratorin Linda Haselbach und Holzbildhauer Paul Brockhage arbeitet Himpel daran, den ursprünglichen Zauber der Bodendorfer Schlosskapelle wieder aufleben zu lassen. In den ersten Wochen hatten sie mit Tino Simon Unterstützung durch einen vierten Restaurator. Aber der musste mittlerweile zu seiner Hauptarbeitsstelle an der Hochschule für Bildende Künste Dresden zurückkehren.

Für die verbliebenden Restauratoren bleibt mehr als genug zu tun. Vom Kirchenmobiliar bis zur Decke, von der Rückwand bis zu Kanzel und Altar: Überall sind die helfenden Hände der Fachleute gefragt. "Wir haben jeden Quadratzentimeter mindestens einmal in Bearbeitung gehabt", betont Andrea Himpel.

Das Reizvolle dabei: Im Gegensatz zu anderen Sakralbauten ist die Bodendorfer Schlosskapelle nie grundlegend umgebaut worden. Dadurch lässt sich ihr Zustand aus dem Fertigstellungsjahr 1711 unverfälscht wiederherstellen. Allerdings sind dabei einige Hindernisse zu beachten. "Zu DDR-Zeiten war das Schloss ein Altersheim. Da man damals eine neue Heizung brauchte, baute man einen Schornstein quer durch die Kapelle", erklärt Elisabeth Gräfin von Kospoth. "Dort, wo der Schornstein durch das Dach ging, gibt es jetzt statische Probleme."

Zusammen mit ihrem Ehemann Pieter van Dyck ist Elisabeth Gräfin von Kospoth die Eigentümerin des Schlosses und zugleich die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins "Bodendorfer Kapelle". Durch dessen Arbeit konnten in der Vergangenheit immer wieder Teile des barocken Gebäudes saniert werden. Auch Andrea Himpel war bereits mehrfach vor Ort.

Doch dank einer Spende über 70 000 Euro seitens der "Deutschen Stiftung Denkmalschutz" haben die Arbeiten diesmal eine deutlich größere Dimension. Und es gibt genug zu tun: "Viele Schnitzereien waren mit einer dicken Farbschicht überzogen. Als wir sie entfernt haben, um die Formen wieder sichtbar zu machen, haben wir entdeckt, wie zerfressen alles war", erläutert Andrea Himpel. Viele Teile hätten außerdem gefehlt.

Hier kommt Paul Brockhage ins Spiel: Er schnitzt alle Elemente nach, die entweder nicht mehr da oder nicht mehr zu retten sind. Linda Haselbach verhilft derweil unter anderem alten Leinwandtafeln mit Bibelsprüchen zu ihrer alten Schönheit. Anschließend soll die Kapelle ihre ursprüngliche Farbgebung zurückerhalten. Grundton ist dabei ein marmoriertes Grau. Einzelne Elemente werden in Rottönen hervorgehoben.

Der Zeitplan für die Sanierung ist eng umrissen: "Der nächste Seegottesdienst findet am Sonntag, 17. August, ab 10.30 Uhr statt. Bis dahin soll alles fertig sein", sagt Elisabeth Gräfin von Kospoth. "Der Seegottesdienst ist unsere wichtigste Veranstaltung und dieses Mal werden alle staunen."

Trotzdem bittet sie im Namen des Fördervereins um weitere Unterstützung. Denn die Gesamtkosten für die Sanierung betragen rund 90 000 Euro. Die großzügige Spende reicht also nicht aus, um alles abzudecken. "Darüber hinaus ist die Spende an die Bedingung geknüpft, dass die Kapelle nach Abschluss der Arbeiten wirklich fertig ist", so Elisabeth Gräfin von Kospoth. Dabei gibt es einen weiteren Punkt zu beachten: Der historische Zwiebelturm auf dem Dach der Kapelle soll ebenfalls neu erstehen. "Er wird auf dem Boden gebaut und anschließend mit einem Kran an die vorgesehene Stelle gesetzt", führt Elisabeth Gräfin von Kospoth aus. Ob das bis zum Seegottesdienst geschehen wird, ist offen. Denn die erwähnten statischen Probleme am Dach sorgen für Verzögerung. Spätestens bis Jahresende soll jedoch auch der Turm an seinen angestammten Platz zurückkehren.

Anschließend soll die Kapelle laut der Eigentümerin auch für Hochzeiten zur Verfügung stehen. "Durch ihre Größe und die Nähe zum Wasser bietet sie einen romantischen Rahmen", so Elisabeth Gräfin von Kospoth.

Für alle, die das Projekt unterstützten möchten, gibt es einen Spendenkonto des Fördervereins bei der Bank für Kirche und Diakonie. IBAN: DE 473506 0190 1570 450014, BIC: GENODED1DKD.