Bei der Hitze der vergangenen Tage zog die Badestelle in Walbeck viele Badelustige an. Jung und Alt kommen hierher, um sich im Wasser abzukühlen und im Schwimmbecken ihre Bahnen zu ziehen. Dass hier alles gut läuft, ist nur ehrenamtlichem Einsatz zu verdanken.

Walbeck (aro) l "Es ist schon Tradition, dass wir uns hier treffen, wenn das Schuljahr zu Ende ist", sagt Kevin Jackisch. Das Förster-Team, wie sie sich nennen, veranstaltet dann hier ein Beachvolleyball-Turnier. Dann kühlen sich die Schülerinnen und Schüler im Schwimmbecken ab. Die jungen Leute kommen aus verschiedenen Orten von Walbeck bis Oebisfelde und haben gerade die 9., 10. oder 11. Klasse beendet. "Wir sind ein Freizeit-Team", heißt es aus der Runde. Weshalb sie sich Förster-Team nennen, wollen sie allerdings nicht so richtig kommentieren. Auch nicht, als Lukas Matthies im grünen Shirt mit Aufdruck "FT" kommt. Das hätten sie alle, erzählen die Jungen, auf dem Rücken steht der Spitzname. In den Ferien werden sich die Freunde hier regelmäßig treffen. Darauf freuen sie sich schon. Langeweile haben sie nicht.

Die Gymnasiasten tauchen inzwischen ins reine Wasser der Riole im Schwimmbecken oder lassen sich auf der großen Wiese nieder, als Ewald Jäger mit dem Zollstock in der Hand ankommt. Er kennt die meisten jungen Leute mit Namen. "Sie sind in Ordnung", bekräftigt er, "sie fassen auch mal mit zu." Der Eschenröder gehört zu den guten Seelen dieser freien Badestelle.

"Jetzt werden für alle Bänke noch Papierkörbe gebaut"

14 Bänke stehen mittlerweile auf dem Gelände. Dafür haben vor allem Dietmar Pätz, Ewald Jäger, Jörn Schenke, Heinz-Jörg und Toni Ferchland sowie Hermann Mally gesorgt. Sie kümmern sich auch um andere Arbeiten. "Jetzt sollen für alle Bänke noch Papierkörbe gebaut werden", erzählt Ewald Jäger. Das Material dafür hat er schon besorgt. Der Zaun, der die Badeanstalt umgibt, muss auch noch fertig gestrichen werden. Am Eingang hängt ein Zettel mit der Bitte um Hilfe. Wer helfen will, kann sich an Dietmar Pätz wenden, er teilt dann eines der Zaunfelder zu, die durchnummeriert sind, und gibt die Farbe heraus.

Das Material wird von Spenden gekauft, der Sportverein verwaltet die Spenden. Gearbeitet wird ehrenamtlich. Auch Anita Hobl, die regelmäßig die Toiletten sauber macht, bekommt dafür keinen Cent. Auch sie will mithelfen, dass die Badeanstalt erhalten bleibt.

"Wir haben doch alle was davon"

Nach der Wende stand die Existenz der Badeanstalt auf der Kippe. Aus dem Walbecker Haushalt hätten die Kosten nicht finanziert werden können. Doch die Walbecker ließen sich nicht unterkriegen. Sie bauten auf Ehrenamt und sind bisher gut damit gefahren.

Das Wasser fließt kostenfrei aus der Riole, die ganz in der Nähe der Badeanstalt entspringt. Notwendige Arbeiten zur Erhaltung und Erneuerung der Schwimmbecken und weiteren Anlagen werden in unentgeltlichen Arbeitseinsätzen ausgeführt. Das Material wird aus Spenden bezahlt.

Die Badeanstalt ist seither eine Badestelle, in der auf eigene Gefahr gebadet werden kann. Hermann Mally, langjähriger Schwimmmeister, bei dem viele aus der Region schwimmen gelernt haben und der schon lange im Ruhestand ist, kommt immer noch fast täglich ins Bad und passt ehrenamtlich auf, dass alles ordentlich läuft. Er geht auch ab und an mit der Spendenbüchse über das Gelände. Die meisten Gäste kennen das und lassen sich nicht lange bitten. Keiner muss Eintritt bezahlen, findet aber dennoch eine gepflegte Anlage vor.

75 Jahre alt ist die Badeanstalt in diesem Jahr. Und die Ehrenamtlichen, die sich um diese beliebte Anlage am Rande des Dorfes kümmern, wollen dafür sorgen, dass sie den Einwohnern der Region auch weiter zur Verfügung steht. "Wir haben doch alle was davon", versichert Ewald Jäger. Er freut sich, dass auch aus anderen Orten Hilfe für dieses beliebte Kleinod kommt. Ewald Jäger ist in Walbeck groß geworden, wohnt aber heute in Eschenrode.

   

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