Uthmöden l Handgeschriebene Karten, auf denen der Schatz mit einem großen X markiert ist, sind völlig aus der Mode. Moderne Glücksritter arbeiten mit GPS-Geräten. Und niemand redet mehr von Schnitzeljagd. "Geocaching" lautet heute das Zauberwort. Doch der Spaß ist immer noch derselbe. Davon konnte sich die Klasse 4c der Ohre-Schule unter der Leitung von Lehrerin Peggy Thomas überzeugen. Sie hatten kürzlich Besuch von Tobias Horn und Corvin Roelofsen von Medientreff Zone aus Magdeburg.

Die beiden hatten für die Kinder eine spannende Schatzjagd quer durch Uthmöden vorbereitet. Dafür teilte sich die Klasse in zwei Gruppen auf. Jede musste sechs Stationen aufspüren. Unter Steinen oder in Hecken versteckt warteten dort kleine Plastikkapseln. In ihrem Inneren verbargen sich Zettel mit kniffeligen Aufgaben. Wer sie lösen konnte, erhielt Hinweise, die ihn zur nächsten Station führten.

"Auf diese Weise lernen die Kinder ihre Umgebung kennen. Gleichzeitig sind sie in Bewegung und können tüchtig knobeln", erklärte Bernd Heynemann von der AOK-Pressestelle, der auch den großen Schatz, bestehend aus Brotbüchsen und verschiedenen Spielen, bereitgestellt hatte. Die AOK Sachsen-Anhalt zählt zu den Sponsoren von SchmaZ junior.

Unterwegs mussten die Kinder auf der Hut sein. Denn zu den Regeln des Geocaching gehört es, dass Nichteingeweihte (sogenannte "Muggel") von der Aktion nichts mitbekommen dürfen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Plastikkapseln nicht von Außenstehenden entfernt werden.

Bevor es losging, gab Corvin Roelofsen eine kurze Einführung. Unter anderem erklärte er, was Koordinaten sind und wie GPS-Geräte funktionieren. Letztere können mithilfe von Satelliten die genaue Position des Suchers bestimmen. Gibt man dann die Koordinaten der nächsten Station ein, weiß man, in welche Richtung es weiter geht. "Aber das GPS-Gerät zeigt nur den Zielpunkt an. Den Weg dahin müssen wir uns selbst suchen", so Corvin Roelofsen. Beim Anführen der Gruppe wechselten sich die Schüler ab. Auf diese Weise trug jeder mal die Verantwortung. Am Ende trafen die beiden Gruppen auf dem Schulhof wieder aufeinander. Denn wie sich herausstellte, war der Schatz in einer Kiste im eigenen Klassenzimmer versteckt.

"Die Kinder sind sehr schnell gewesen", lobte Peggy Thomas. "Das Geocaching ist super angekommen. Wir möchten das auf jeden Fall wieder machen."

Der Besuch durch den Medientreff Zone war in diesem Fall Bestandteil des Volksstimme-Projekts SchmaZ junior, das von verschiedenen Kooperationspartnern unterstützt wird. Dabei geht es darum, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig den richtigen Umgang mit Medien lernen. Dafür sollen sie unter anderem selbst Informationen sammeln, einordnen und verwerten. So können sie selbst in die Rolle des Zeitungsredakteurs schlüpfen.

Die Schüler der Klasse 4c hatten zum Beispiel ihre Lieblingsartikel aus der Volksstimme ausgeschnitten, ihre Schulleiterin interviewt und am Ende sogar eine eigene Zeitung erarbeitet.

Darüber hinaus bieten die Kooperationspartner der Volksstimme verschiedene Zusatzangebote an. Im Fall der AOK ist das zum Beispiel das Geocaching.

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