"Kirchenmusik boomt" - das haben die drei Kantoren im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt festgestellt. Sie präsentieren ein umfangreiches Konzertprogramm für das zweite Halbjahr. Dazu kommen noch Konzerte, die die Kirchgemeinden selbst organisieren.

Haldensleben-Wolmirstedt l "Wir spüren einen deutlichen Zuwachs in der Kirchenmusik", freut sich Kantor Uwe Döschner. Zur jüngsten Nachtmusik in Behnsdorf sei die Kirche voll gewesen. Die Kantorei Weferlingen habe 2014 schon vier neue Mitglieder bekommen, die Kinderkantorei Haldensleben laufe sehr gut, und es gebe sogar Interesse für eine Jugendkantorei, zählt er Beispiele aus dem Bereich Haldensleben auf.

Die Wolmirstedter Kantorin Konstanze Schlegel kann das bestätigen. Der Gospelchor, den sie seit vielen Jahren leitet, zähle mittlerweile 55 Mitglieder. Wegen des großen Interesses reichte der Probenraum nicht mehr aus. "Viele, die vielleicht meinen, klassische Kirchenmusik, das kann ich nicht, aber Weltenmusik würde mir Spaß machen, kommen zu den Gospel-Workshops, die einmal im Jahr stattfinden, und bleiben dann dabei", erzählt Konstanze Schlegel.

Auch Kreiskantorin Stefanie Schneider kann mit Beispielen aufwarten. Als sie sich um die Kantorenstelle im Kirchenkreis beworben hatte, nahm sie sich vor, den Bläserbereich zu stärken. 2011 begann sie in Wolmirstedt, einen Posaunenchor aufzubauen. Mit 13, 14 Bläsern hat sie angefangen, die meisten sind dabei geblieben. Inzwischen bildet sie eine zweite Anfängergruppe aus, auch das sind mehr als zehn. Und sie verweist auf die Jugendbands, die im Kirchenkreis entstanden sind.

Wenn Pfarrer aus Gemeinden im Westen Deutschlands hierherkommen, beispielsweise zur Vertretung, staunen sie immer, wieviel Menschen die Einladung in die Kirche annehmen, sagt Uwe Döschner. 60 bis 70 Leute bei einem Orgelkonzert gäbe es im Westen nicht, hier schon. Das kann er auch aus seiner Berufserfahrung nachvollziehen.

Schön wäre es, wenn die Musikfreunde sich auch noch häufiger aufmachen würden, ein Konzert ein paar Dörfer weiter zu besuchen, empfiehlt der Kantor, denn nicht jedes Konzert kann überall angeboten werden. Und gerade die Vielfalt sei doch das Interessante. In allen Kirchen sollen jetzt Flyer ausliegen, die einen Überblick geben über das Programm des zweiten Halbjahres. Darauf sind die Konzerte festgehalten, die zu diesem Zeitpunkt bekannt waren, erläutert Kreiskantorin Stefanie Schneider. Konzerte, die erst zu einem späteren Termin festgelegt werden, fehlen daher und sicher auch etliche Konzerte "für die wir nichts können", ergänzt Uwe Döschner.

Wie beliebt Kirchenmusik ist, das hatte auch der Kirchenmusiktag vor wenigen Wochen in Haldensleben sehr anschaulich gezeigt. Stefanie Schneider hält den Stoffbeutel mit dem für die Musik im Kirchenkreis entworfenen Logo in Ehren. Alle Teilnehmer dieses Musiktages haben solchen Beutel erhalten. Und das Logo ziert auch die Termin-Flyer.

Einen Kreiskirchentag werde es erst 2016 wieder geben, einen mit viel Musik, aber nicht nur mit Musik, meinen die Kantoren. Im nächsten Jahr ist großer Kirchentag in Stuttgart, da gibt es keinen im Kreis.