Ein eigenes Theaterstück in einer Woche schreiben, proben und zur Aufführung bringen: Diese Aufgabe haben sich Jugendliche gesetzt, die derzeit auf Georgs Hof in Uthmöden zu Gast sind. Heute Abend hebt sich der Vorhang.

Uthmöden l Noch wird fleißig an der Bühne gewerkelt. Requisiten und Kostüme werden sortiert. Doch bald muss alles bereit sein. Denn heute Abend führen neun Jugendliche aus Magdeburg ein Stück zum Thema "Erste Liebe" auf.

"Wir veranstalten hier ein einwöchiges Ferienfreizeitprogramm", erklärt Kirsten Luniak. Zusammen mit Anja Simon leitet sie das Projekt. Beide arbeiten für den Verein Spielwagen als Sozialpädagoginnen. Die eine an der Schule am Wasserfall in Magdeburg, die andere für das Kinder- und Familienzentrum Emma.

Für kreative Unterstützung sorgt darüber hinaus die Theaterpädagogin Christina Etzold. "Sie hilft den Kindern dabei, Ideen zu finden und daraus ein Projekt zu entwickelt", so Kirsten Luniak.

Das Besondere an dem Theaterworkshop: Zu den Teilnehmern gehören sowohl Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung als auch solche ohne. Auf diese Weise handelt es sich bei der Freizeit nicht nur um eine Möglichkeit der wechselseiten Begegnung, sondern auch um einen Schritt in Richtung gelebte Inklusion. Deshalb veranstaltet der Verein Spielwagen das Projekt auch nicht allein. Die Aktion Mensch steht ihm als Förderer zur Seite.

Weiterhin ist zu beachten, dass sich die Teilnehmer vorher noch nie gesehen haben. Nach der Ankunft auf Georgs Hof mussten sie sich zunächst einmal kennenlernen. Dann ging es direkt los mit der Theaterarbeit. "Aber jeder hat schnell die passende Rolle für sich gefunden", sagt Kirsten Luniak.

Nebenher genießen die Jugendlichen aus Magdeburg die Wonnen des Landlebens. So waren sie unter anderem in der Ohre baden, haben einen Bauernhof und Pferde in der Nachbarschaft besucht. Untergebracht sind sie in der Heuherberge "Heureka". Mit einem gemeinsamen Koch- und Freizeitplan soll auch die soziale Kompetenz der Teilnehmer gestärkt werden.

Stefan Briza von Georgs Hof führte die Jugendlichen in die Geschichte der Töpferei ein. Anschließend konnte jeder an einer selbstgetöpferten Tasse sein Geschick erproben. Die beiden Autorinnen und Filmemacherinnen Anne Scheschonk und Alina Cyranek begleiten und dokumentieren das Projekt bei jedem Schritt. Künstlerin Annette Ackermann hat beim Bau des Bühnenbildes mit angefasst.

Mittlerweile wurden auch Flugblätter verteilt, um auf die Theaterpremiere hinzuweisen. Die Aufführung der selbst geschriebenen Komödie beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, allerdings wird um eine Spende gebeten. Sie soll der Arbeit des Vereins Spielwagen zugute kommen.