Walter Heuer aus Brunau und seine beiden Haflinger Stern und Starboy haben den 18. Wettstreit im Pflügen des Flechtinger Höhenzuges gewonnen. Am Sonntag ließ er die Konkurrenz von 13 Startern knapp hinter sich.

Flechtingen l Stolze 610 Kilometer Anreise hatte Heike Veidt hinter sich gebracht, um beim diesjährigen Leistungspflügen in Flechtingen dabeizusein. Ihre beiden Pferde vor dem Pflug trugen schon rein äußerlich die Handschrift einer Frau, waren ordentlich frisiert und - typisch für Süddeutschland - prächtig dekoriert. Auch ihre Furche konnte sich sehen lassen. Heike Veidt aus Kehl holte sich hinter Sieger Walter Heuer aus Brunau den zweiten Platz.

Als einzige Frau trat sie im Feld der 14 Starter an, um bei der 18. Auflage des Leistungspflügens im Flechtinger Höhenzug ihr Können unter Beweis zu stellen. "Dabei bin ich hier, um Karl Wiegel und Thomas Klumpe einen Gefallen zu tun", erzählte sie in einer kurzen Pflugpause. Beide seien schon öfter bei ihr in Kehl am Rhein gewesen. Sie hatte versprochen, einmal zu kommen und dieses Versprechen in diesem Jahr zum ersten, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal wahr gemacht. Zumindest zeigte sie sich sehr angetan vom Ambiente des Pflügens und Holzrückens.

Viele bekannte Namen aus den Vorjahren wie Hartmut Günther aus Parleib oder Rainer Rutsche aus Magdeburg und natürlich Lokalmatador Thomas Klumpe standen wieder auf der Teilnehmerliste, der Wettbewerb am Fuß der Flechtinger Median-Kliniken hat sich längst zu einer Größenordnung entwickelt, die ihresgleichen sucht.

"Ich mache das eigentlich aus Langeweile", sagte Rainer Rutsche. Das Pflügen mache ihm einfach Spaß. Dabei ist es gar kein leichter Spaß, denn es sei viel schwerer als es aussieht, eine gerade Furche zu ziehen und auch noch die Kammfurche sichtbar zu hinterlassen. Solche Kriterien nämlich setzt die fachkundige Jury bei ihrer Bewertung als Maßstab an.

Weitere Höhepunkte des Tages stellten das Holzrücken, organisiert vom Betreuungsforstamt Flechtingen, sowie der Wettbewerb der Forst-Auszubildenden dar. Das Zusammenspiel von Pferd und Gespannführer bot beim Geschicklichkeits- und Kraftrücken allerlei fürs Auge. So bewegten die Teilnehmer beim Rücken ein- und zweispännig Baumstämme über und durch Hindernisse. Die Lehrlinge stellten ihr Können im Umgang mit den forstwirtschaftlichen Arbeitsgeräten unter Beweis.

Der Großteil der Organisation des Leistungspflügens sowie des Randprogrammes liegt alljährlich in den Händen des ehrenamtlich aktiven Flechtinger Heimat- und Mühlenvereins.

29 Händler luden zwischen dem Pflügen und den Wettbewerben der Forstleute zum Bummeln und Verweilen auf eine Ladenstraße ein. "Bereits um 5.30 Uhr standen die ersten Händler auf der Matte und wollten eingewiesen werden", erzählte Vereinsvorsitzender Hubertus Nitzschke. Das Ponyschloss Altenhausen hatte zwei Ponys mitgebracht, auf denen die Kinder ihre Runde drehen konnten.

Wilfried Müller aus Ribbensdorf hatte seine Kutsche angespannt, um mit den Besuchern eine erholsame Runde durch den Wald zu drehen. Drei Kettensägekünstler aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg gaben eine Probe ihres Könnens.

Fleißige Hände der Vereinsfrauen hatten schon Tage zuvor mit dem Backen begonnen. Ein üppiges Kuchenbuffet zierte das Festzelt und wartete darauf, von den Gästen geplündert zu werden. Die Flechtinger Feuerwehr kümmerte sich mit ihrer Gulaschkanone ebenfalls um das leibliche Wohl.

Berichte von den einzelnen Wettbewerben folgen in den kommenden Tagen.

   

Bilder