Der Calvörder Sportboothafen hat nun einen Hafenmeister. Klaus-Joachim Grabenhorst ist für die Sicherheit und Verwaltung des Hafens zuständig. Der Meister sorgt für Ordnung im Hafen. Seine Mission ist es, stets alles im Blick und den gesamten Hafenbereich unter Kontrolle zu haben.

Calvörder l "Der Calvörder Hafen ist genau wie der Hamburger Hafen - nur eben kleiner. Als Hafenmeister sorge ich für eine ordnungsgemäße Befahrbarkeit des Hafenbeckens und weise Schiffsführern ihre Liegeplätze zu. Ich helfe beim Anlegen und gebe Tipps, wo man zum Beispiel einkaufen kann", erklärte Klaus-Joachim Grabenhorst. Der gebürtige Braunschweiger war schon in ganz Europa auf Binnengewässern unterwegs. Seit zehn Jahren ist die Altmark sein Heimathafen. Der Job des Hafenmeisters ist eine willkommene Herausforderung für den "Seebären", der nun Tag und Nacht mit seiner Lebensgefährtin in einem Wohnwagen direkt am Hafenbecken zu Hause ist.

Grabenhorst trägt eine Seemannsmütze, die mit Kanalwasser getauft wurde. Der Hafenmeister ist für die Wassersportler ein Glücksfall. "So ist rund um die Uhr jemand da", sagte Hansjoachim Schumann, Vorsitzender der Calvörder Wassersportler, die den Sportboothafen als Verein betreiben.

Mit 26 Liegeplätzen bietet der Hafen im Grieps Anlegemöglichkeiten für Sportboote jeder Art. Neben den Booten, die im Hafen anlegen, gibt es auch Camper, die mit Wohnwagen anreisen. Der Vereinsvorsitzende betonte, dass der Verein 2013 schwarze Zahlen geschrieben hat und 2014 keine finanzielle Unterstützung bekommt.

Lange Zeit war der Bau des Sportboothafens umstritten. Im Mai 2013 hat die Gemeinde Calvörde den 930000 Euro teuren Hafen dem Verein der Wassersportfreunde Calvörde übergeben. Mit 90 Prozent haben das Land und der Bund das Projekt gefördert.

"Es ist sehr erfreulich, dass sich jemand um die Hafenanlage und vor allem um die Gäste kümmert", sagte auch Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU), der mit Schumann am Hafenbecken über die Sicherung der Hafenanlage sprach.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Vandalismus und zu Diebstahlvorfällen. Das soll sich jetzt mit dem Hafenmeister ändern. Geplant ist außerdem, dass der Hafenmeister die Zufahrt zum Hafen abends schließt und erst morgens wieder öffnet. "Der Verein trägt die Betriebskosten für den Sportboothafen selbst. Ärgerlich für uns sind vorallem die Kosten, die uns wegen der Beseitigung der Vandalismusschäden entstehen", sagte Schumann.

Grabenhorst traut sich auch leichte Reparaturen zu. "In Notfällen versuche ich, Ersatzteile zu beschaffen", erklärte er. Als gelernter Maschinenbauer, der im Schiffsbau tätig war, weiß er, wo der Hammer - beziehungsweise die Schiffsschraube - hängt.

"Erst vor drei Tagen war ein kleiner Segler zu Gast, der auf dem Mittellandkanal nach Berlin fuhr. Der Schiffsführer hatte Schwierigkeiten mit seinem Motor. Ich habe die Maschine wieder hinbekommen. Er hat heute von unterwegs angerufen, dass der Motor - wie Hulle - läuft", sagte der Meister nicht ohne Stolz. Gegenseitige Hilfe werde unter den Skippern groß geschrieben.

Im vergangenen Jahr gab es etwa 200 Übernachtungen im Hafen. "Wir haben jetzt schon die doppelte Anzahl an Gästen als im Vorjahr", schätzte Schumann. Um mehr Touristen anzulocken, sei es jedoch dringend erforderlich, dass Gastronomie angeboten wird. "Wichtig ist deshalb, dass der Grieps endlich wieder eröffnet wird", so Schumann.