Die neunte Auflage des Elbebadetages hat wieder zahlreiche Besucher nach Rogätz gelockt. Rund 500 Gäste fanden sich am Fähranleger ein. Insgesamt 117 Wagemutige schrieben sich in die Starterlisten ein, um die Elbe schwimmend zu durchqueren.

Rogätz l Neben etlichen Einheimischen nutzten am Sonntag viele Auswärtige die Gelegenheit zum Zwischenstopp. Die Magdeburger Familie Pfahl/Beckmann zum Beispiel wurde durch das bunte stimmungsvolle Treiben aufmerksam und unterbrach ihre Radwandertour an die Ostsee. "Wir sind mit unserer Tochter Charlotte auf dem Weg in die Sommerferien und betrachten den Elbebadetag als willkommene Unterbrechung", verrieten sie. Mit kulinarischen Leckereien luden sie den Akku wieder auf, um für die vielen noch zu bewältigenden Kilometer ans Meer gut gerüstet zu sein.

Durchreisende legen einen Zwischenstopp ein

Durchreisende, die mit der Fähre ans östliche Elbufer wollten, gingen den Tag ebenfalls gelassen an. Grund: Für Unterhaltung war bestens gesorgt. Blaskapelle und DJ hatten die richtigen Hits parat. So blieb neben dem Hörgenuss ausreichend Zeit für Kaffee und Kuchen, Pizza, Erbsensuppe, Hähnchen oder Fischbrötchen. Großer Andrang an den Verkaufsständen verriet, dass die Angebote gut ankamen.

Den weitesten Weg nach Rogätz hat gewiss Hayden Griffith zurückgelegt. Der Zehnjährige stammt aus Wakefield, einer Stadt der englischen Grafschaft West Yorkshire in der Nähe von Leeds. Familie Adolphi reiste aus Haarlem (Holland), Familie Schlemmer aus Stuttgart an. "Wir radeln in unseren Ferien den Elberadweg entlang" erzählten sie. Andere Besucher fanden aus Hannover, Göttingen oder Wismar den Weg nach Rogätz. Wolfgang Großmann, Bürgermeister der Gemeinde Rogätz, hatte die Idee zum Elbebadetag. "Wir leben am Fluss, also wollen wir ihn auch mit Leben erfüllen. Ziel war immer, den Tag ungezwungen und entspannt mit Familien, Freunden und Bekannten zu genießen, sich am Elbufer zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben. Ich glaube, dass das am Sonntag erneut so war."

Höhepunkt jedes Badetages ist zweifellos das Durchschwimmen des tückischen Flusses. Obwohl der Rekord der ersten Veranstaltung mit 500 Schwimmern bis heute nicht wieder erreicht worden ist, sind es am Sonntag immerhin 117 Wagemutige gewesen, die sich in die Fluten gestürzt haben. Insbesondere den Kindern ist Respekt für die großartige sportliche Leistung zu zollen. Es gehört Mumm dazu, sich in ein fließendes Gewässer hinzuwagen, vor dem selbst Erwachsene ehrfurchtsvoll kapituliert haben. Die Leistungen wurden mit einer Teilnehmerurkunde belohnt.

"Alle Schwimmer schafften die Elbdurchquerung ohne Probleme. Wir brauchten nicht einzugreifen."

Karl-Heinz Bergwein, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Rogätz

Den Vielschwimmerbonus dürfte Matthias Gericke für sich beanspruchen. Er begleitete Haakon (7 Jahre), Iven (9), Aaron (12) und Hayden (10) durch den Fluss. Gegen 17 Uhr endete das begleitete Schwimmen. Mit Argusaugen wachten die Freiwillige Feuerwehr Rogätz, sie hatte zwei Boote auf dem Wasser, und Rettungsschwimmer des DRK darüber, dass der Tag ohne jegliche Probleme zu Ende ging.

Der Termin für den zehnten Elbebadetag steht bereits fest. "Das Ereignis wird am 9. August 2015 stattfinden", verriet Wolfgang Großmann.