Es ist die größte Ausstellung, die von den Briefmarkenfreunden von Haldensleben und Umgebung in ihrer 94-jährigen Vereinsgeschichte organisiert wird. Die Multilaterale, die vom 29. bis 31. August in der Haldensleber Ohrelandhalle stattfindet, zeigt mehr als 12000Einzelexemplare aus der Welt der Philatelie.

Haldensleben l Es ist das diesjährige philatelistische Großereignis in ganz Deutschland: die Multilaterale. Seit 1998 wird erstmals wieder in der Bundesrepublik eine Rang 1-Ausstellung, an der sich ausschließlich Philatelisten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein und den Niederlanden beteiligen, zu sehen sein - vom 29. bis 31.August in der Ohrelandhalle in Haldensleben. "Alle drei Jahre - das ist vertraglich so geregelt - findet diese multilaterale Ausstellung in einem dieser Länder statt", erklärt Alfred Schmidt, der Präsident des Organisationskomitees.

Und für 2014 habe sich Haldensleben beworben und den Zuschlag bekommen, freut sich Schmidt, der nicht nur Mitglied bei den Briefmarkenfreunden von Haldensleben und Umgebung ist, sondern auch Vizepräsident des Bundes Deutscher Philatelisten (BDPh). Zudem sei es die erste Nationale Briefmarkenausstellung, die in Sachsen-Anhalt gezeigt werde, ergänzt Dietrich Ecklebe, der Vorsitzende des Landesverbandes der Philatelisten in Sachsen-Anhalt.

Es komme nicht von ungefähr, dass Haldensleben den Zuschlag für dieses Großereignis bekommen hat, meint Ecklebe. Denn hier würden die Rahmenbedingungen stimmen, die auch vom Verwaltungsrat des BDPh kontrolliert worden seien. "Der BDPh geht mit solchen Veranstaltungen stärker in die Provinz. Zum einen, weil die Vereine vor Ort ausgezeichnet arbeiten und gute Kontakte zu den Kommunen haben. Und zum anderen, weil solche Veranstaltungen in Großstädten kaum noch zu finanzieren sind."

Doch auch die Haldensleber Briefmarkensammler müssen sich finanziell sehr strecken. "Die Fördermittel sind im Vergleich zu den Ausgaben recht gering. Für eine solche Ausstellung sind schon mehrere Zehntausend Euro notwendig", weiß Ecklebe. Sponsoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aber machen`s möglich.

"Wir haben im Verein gesagt ,Wir machen das!`, und es hat geklappt."

Alfred Schmidt

Für den 1920 gegründeten Haldensleber Verein ist die Ausrichtung eine besondere Ehre. "Es ist immerhin die zehnte Multilaterale", hat Peter Jannaschk, stellvertretender Vorsitzender des 40 Mitglieder starken Vereins, recherchiert. "Wir sind landesweit einer der aktivsten Vereine", fügt Vorsitzender Maik Schröder hinzu. Er hofft, mit der Multilateralen 2014 an die Erfolge der gemeinsamen Rang 2- und Rang 3-Ausstellung anknüpfen zu können, die im Jahr 2012 gut 2000 Besucher in die Kreisstadt lockte. "Wir haben im Verein gesagt ,Wir machen das!`, und es hat geklappt", freut sich Alfred Schmidt für den umtriebigen Verein.

Rund 200 Aussteller werden Ende August 232 Objekte präsentieren. Dafür werden genau 939 Ausstellungsrahmen benötigt, in denen dann rund 12000Ausstellungsblätter gezeigt werden. Zu sehen sein werden Traditionelle Philatelie vor und nach 1945, Postgeschichte vor und nach 1945, Ganzsachen, Luftpost, Thematische Philatelie, Maximaphilie, Ansichts- und Motivkarten sowie Philatelistische Literatur. Eine Ausstellung in der Ausstellung über das Fürstentum Liechtenstein rundet das Gesamtbild ab.

Nicht nur die Haldensleber Briefmarkenfreunde mussten sich um die Ausrichtung bewerben, auch die Aussteller selbst hatten diese Hürde zu nehmen. "59 Exponate mussten wir leider ablehnen", bedauert Alfred Schmidt. Für alle Bewerber hätte der Platz in der Ohrelandhalle nicht ausgereicht, sagt er.

Den großen Zulauf begründet Ecklebe damit, dass es für die Sammler seit längerer Zeit keine Möglichkeit mehr gegeben habe, sich für Europa- oder gar Weltausstellungen zu qualifizieren. Denn nicht jeder Sammler kann einfach so ausstellen. "Nur wer in einer Rang-3-Ausstellung mindestens eine Vermeil-Medaille erhalten hat, ist für eine Rang-2-Ausstellung qualifiziert. Und so geht es immer weiter nach oben", erklärt der Landesvorsitzende. Wer also in Haldensleben für sein Exponat eine solche Medaille holt, darf sich damit auch für eine Weltausstellung bewerben. Die Entscheidung darüber trifft eine 17-köpfige, internationale Jury, die vom 27. bis 29.August die gezeigten Objekte bewertet.

Als Titel für die Multilaterale Briefmarkenausstellung Rang 1 - die höchste nationale Klasse - wurde "25 Jahre Friedliche Revolution Grenzöffnung" gewählt. Darauf werden sich allerdings die Exponate weniger beziehen. "Wir haben den Titel gewählt, weil in diesem Jahr zum einen das Mauerfall-Jubiläum ansteht und weil wir zum anderen mit Haldensleben ganz dicht dran sind an der ehemaligen innerdeutschen Grenze", macht Alfred Schmidt deutlich. "Gerade bei unseren ausländischen Sammlerfreunden ist dieses Thema von großem Interesse." Daher ist für die Aussteller unter anderem auch ein Tagesausflug zur Gedenkstätte Deutsche Teilung nach Marienborn geplant.

"Das ist für Haldensleben schon eine ganz große Nummer!"

Alfred Schmidt

Schon seitdem bekannt ist, dass in Haldensleben die Multilaterale 2014 stattfindet, ist es in den einschlägigen Internet-Foren das Thema Nummer1. Doch auch darüber hinaus macht die Ausstellung von sich reden. "Schon jetzt sind für den Zeitraum der Ausstellung die Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort ausgereizt. Wer ein Hotel sucht, der muss schon bis Magdeburg fahren", hat Ecklebe bereits in Erfahrung bringen können. Für ihn habe die Multilaterale somit auch einen wirtschaftlichen Aspekt.

Zudem sei die Ausstellung ganz bewusst auf das Wochenende gelegt worden, an dem auch das Haldensleber Altstadtfest stattfindet, unterstreicht Alfred Schmidt. "Für die Aussteller und Besucher der Ausstellung gibt es somit auch ein attraktives Rahmenprogramm abseits der Philatelie, und auch die Besucher des Altstadtfestes können einiges mehr erleben", ist er überzeugt. "Das ist für Haldensleben schon eine ganz große Nummer!"

Weitere Informationen zur Multilateralen Ausstellung 2014 in Haldensleben gibt es im Internet unter www.multilaterale2014.de.