Fernab vom Alltagsstress einfach mal entspannen, aber dennoch Abenteuer in und mit der Natur erleben, das konnten Kinder und Pädagoginnen des Offenen Treffs vom "Mutter Teresa Haus Magdeburg", der zum Caritas Regionalverband Magdeburg gehört. Organisiert hat die BUND-Jugend Sachsen-Anhalt die Reise in den Drömling.

Piplockenburg/Mannhausen l Mit einem Mal 24 Seelen mehr zählte Piplockenburg, Ortsteil von Mannhausen, als die acht- bis zwölfjährigen Kinder aus Magdeburg und aus anderen Orten der Region ihre Zelte auf dem Gelände der Familie Germer in Piplockenburg aufbauten. Als das Gepäck verstaut war, konnten die jungen Gäste der BUND-Jugend Sachsen-Anhalt ihr Camp mit dem Titel "Natur auf dem Land" mit der ersten selbst gekochten Mahlzeit, die sie in der Küche der benachbarten Pension zubereitet hatten, genießen. Bei Kennenlernspielen war das "Eis" schnell gebrochen. Das freundschaftliche Miteinander hielt die ganze Woche an. "Der Wind weht über..." wurde in der Woche zum absoluten Lieblingsmorgenweckspiel. "Beim Backen eigener Brötchen und der Zubereitung von zum Beispiel Chili sin Carne halfen alle mit, wobei jeder eine Kochkunst besonders mochte", erzählte Laura Grabach-Witte, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bei der BUND-Jugend Sachsen-Anhalt absolviert.

Gut gestärkt ging es zum ersten Ausflug. Mit Wathosen und langen Sieben ausgestattet, gelang es den Mädchen und Jungen eigenhändig fünf Frösche sowie zahlreiche Weichtiere und Insekten aus dem Teich der Naturparkstation Drömling zu fischen. "Unser Dank gilt den Mitarbeitern der Station, da sie uns auch am nächsten Abend einen ganz besonderen Spaziergang boten", verriet Laura Grabach-Witte.

Ranger Gerd-Ulf Damm zeigte nämlich den jungen Leuten die aufregende Welt der Fledermäuse, den sogenannten lautlosen Jägern der Nacht. "Wir hatten Kästen und Höhlen im Waldgebiet Kämkerhorst, wo über 80 bis 90 Große Abendsegler drin waren", schilderte Damm. Einige der Fledermäuse hatten schon Ringe. "Wir schicken die Daten zur Beringungszentrale nach Dresden. Dort können sie sehen, wo die einzelnen Tiere herkommen", erklärte Damm. Eine der Fledermäuse, die im Drömling einen Ring verpasst bekommen hatte, war schon mal bis nach Frankreich geflogen.

Ins Staunen kamen die kleinen und großen Naturfreunde, als der Ranger verriet, dass eine Fledermaus bis zu 2000 Mücken frisst, um ihren Energiebedarf zu decken. "Da sieht man, wie wichtig die Fledermäuse sind", betonte er. In manchen Agrarlandschaften würden die Mücken mit Insektiziden tot gespritzt werden. Da habe die Fledermaus ein stark eingegrenztes Nahrungsspektrum. Daher wären die Fledermäuse vielerorts recht selten geworden. Im Drömling scheint es genügend Insekten zu geben. Wenn eine Fledermaus auf Wanderschaft ist, können sie bis zu 40 Kilometer pro Stunde fliegen. In ein bis zwei Wochen könnten die nachtaktiven Tiere bis nach Frankreich in ihr Winterquartier fliegen.

Wie an einer Perlenschnur radelte die BUND-Gruppe am nächsten Morgen vom Zeltplatz bis nach Potzehne. Beim Badespaß im kühlen Nass ließ sich die Sommersonne genießen. "Weil diese Radtour nicht nur erlebnisreich war, sondern doch ein bisschen anstrengend, gestalteten wir den nächsten Tag ganz frei, mit Ton, Papier und Perlen im riesigen Bastelzelt. Es gab Federballspiele und kleine Spaziergänge bis zum nächsten Brombeerbusch", erinnerte sich die FÖJ-lerin.

Mit Rädern und der Bahn ging es für die Magdeburger in Richtung Heimat. "Die Reise hat sich absolut gelohnt, denn wer kann schon von sich behaupten, in einer Woche einen Frosch und eine Fledermaus gestreichelt zu haben?", so lautete das Fazit der jungen Naturentdecker.

 

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