Für das diesjährige Fest des Schützenbundes Althaldensleben am Sonntag gab es einen ganz besonderen Anlass. Gefeiert wurden 150 Jahre Schießwesen in Althaldensleben.

Althaldensleben l Mit seinen 22Jahren zählt der Schützenbund Althaldensleben zu den noch jungen Hüpfern unter seinen Artgenossen landauf und landab. Und 22 Jahre wären auch kein besonderer Anlass, um groß zu feiern. Und doch können die Schützenschwestern und -brüder in Althaldensleben auf eine lange Tradition zurückblicken.

"Als sich der Schützenbund 1992 gründete, haben wir keine Nachforschungen angestellt, wie es früher in Althaldensleben mit dem Schießwesen ausgesehen hatte", blickt Präsident Friedhelm Gandert auf die Anfangstage des Vereins zurück. Auch in der Folgezeit spielte das keine Rolle - bis zum Jahr 2006. "Da wurde in unserer Simultankirche eine Fahne entdeckt - die Fahne des Landwehrvereins Althaldensleben von 1864", berichtet Gandert.

Recherchen im damaligen Wochenblatt hatten ergeben, dass der Landwehrverein im Juni 1864 gegründet worden sei. "Das war der Grundstein für unser heutiges Schützenwesen", erklärt ein stolzer Präsident angesichts der Jahreszahl. Doch Urkunden, welche die Gründung des Landwehrvereins belegen, seien bislang nicht entdeckt worden, bedauert Gandert.

"Selbst in den Kirchenbüchern hat sich dazu nichts gefunden", hat Klaus Nehring vom Schützenbund herausgefunden. Was sich auf der anderen Seite auch als ein Glücksfall für den Verein entpuppte. "Die Fahne wurde also nie geweiht, deshalb hat die Kirchengemeinde sie uns überlassen", so Nehring weiter.

Und so wurde gestern der Umzug zum diesjährigen Fest mit der auf der einen Seite in schwarz-weiß und auf der anderen Seite in den Haldensleber Stadtfarben blau-gelb gehaltenen Fahne angeführt. Traditionell ging es dabei zum Adlerplatz. Dort wurden die Gastvereine aus Haldensleben, Bebertal, Neuenhofe, Rottmersleben, Eichenbarleben und Velsdorf begrüßt und die Ehrenschleifen an ihre Vereinsfahnen geheftet.

Mit einem ohrenbetäubenden zweifachen Böllerschuss aus der Kanone des Schützenvereins Wellenberge Bebertal traten anschließend die neuen Majestäten des Schützenbundes Althaldensleben ihre einjährige Regentschaft an. Sehr zur Überraschung des Vereinsvorsitzenden Friedhelm Gandert, der nicht damit gerechnet hatte, dass er als frischgebackener König auch ein Jahr lang eine ihm nicht ganz unbekannte Königin an seiner Seite haben wird - seine Ehefrau Christel.

Unter den Klängen der Schalmeienkapelle Flechtingen zog der kleine Tross anschließend - begleitet von der Polizei - durch den Stadtteil zum Domizil des Feuerwehr- und Traditionsvereins an der Großen Straße. Dort wurde ausgiebig das große Jubiläum 150 Jahre Schießwesen in Althaldensleben gefeiert.

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