Popmusik selbstgemacht: Bei einem Workshop mit dem Musiker-Duo "Schneewittchen" kreieren zwölf junge Leute aus der Hohen Börde ihren eigenen Song. Das Jugendbüro der Gemeinde hat das Projekt organisiert.

Schackensleben/HoheBörde l Locker werden ist wichtig, den eigenen Schatten überspringen, das Innere nach draußen lassen, damit Gefühle und Gedanken in Worte und Rhythmen fließen können.

Marianne Iser und Thomas Duda helfen dabei. Als Pop-Duo "Schneewittchen" haben die Zwei manche Live-Auftritt über die Bühne gebracht. Noch am Wochenende haben sie beim Christopher Street Day in Magdeburg begeistert. Zwei Tage später sitzt Tom hinter den Reglern der Musik- maschine, schlägt Rhythmen und Melodiepartien vor, greift Vorschläge aus der Runde auf. Marianne Iser notiert gehörte Textzeilen, Gedanken und Einwände.

Vor ihnen hocken zwölf junge Leute zwischen 11 und 15 Jahren. Sie haben sich für den mehrtägigen Songworkshop angemeldet, den Petra Berndt und Anja Sandt vom Jugendbüro der Hohen Börde organisiert haben. Das Ziel: Mit Hilfe der einfühlsamen Profis einen eigenen Song produzieren und aufnehmen.

Vor dem ersten Tag hatten sich alle zu einer Textkonferenz getroffen. Das war die Grundlage für den ersten Zeilen-Pool, aus denen hinterher zusammen geschöpft wird. Dazu werden passende Melodie- ansätze und rhythmische Anregungen diskutiert. Es geht langsam, doch stetig voran. Marianne überrrumpelt nicht und erklärt geduldsam: "Eure Aussagen sollen bleiben. Was Euch an Ergänzungen oder Vorschlägen nicht gefällt, was ihr nicht versteht, fliegt raus."

Die Runde bespricht jede Zeile, jedes Wort. Einer ist mutiger, andere trauen sich anfangs kaum. Allmählich schmelzen die Hemmungen. Am schnellsten bei den Sing- und Sprechübungen. Kinn- laden wackeln, Bäuche vibrieren, Stimmen summen, brummen, surren. Alles schwingt und klingt. Mal laut, mal leise.

Die Titelzeile steht

Alles muss von innen kommen. Das braucht Lockerheit. Auch Vertrauen und Selbstbewusstsein, das Schritt für Schritt Raum greift. Gesangspartien werden eingesungen. Alle sind konzentriert. Die Hemmungen fliehen vor dem Spaß an der Musik.

"A2 plus B2 - das ist nicht mein Ding" wird die Titelzeile wohl heißen. An Strophen und Refrains haben alle mitgebastelt. In Duetten werden die Partien zur Musik vom Synthesizer eingesungen. Schritt für Schritt fügt sich alles. Ganz allmählich. Es wird wieder verworfen, neu probiert, verbessert. Und viel gelacht. "Der Spaß an der Musik ist allen anzumerken. Die Scheu schwindet. Der Abend wird sicher wieder lang. Nachher gibt es noch Pizza für alle", erzählt Petra Berndt. "Ein Video wird es auch noch zum Song geben" ergänzt Anja Sandt - in zwei Wochen beim Filmworkshop mit "Schneewittchen".

Die ersten Schauplätze fürs Video hat sich das Team schon angeguckt. Es wird an Bushaltestellen gehen und in die leeren Gänge der früheren Olbetalschule. Auch ein Ponyhof wird gesucht. Kostümvorschläge kreisen durch die Köpfe. "Das wird ein ganz großes Ding", glaubt Anja Sandt. Die leuchtenden Augen neben ihr geben ihr recht. Am Ende wird das Ergebnis auf CD gebrannt. Und in 14 Tagen geht`s zum Dreh des Musikvideos.