Die Villa Albrecht in Haldensleben hat am Donnerstag noch einmal eine Richtkrone bekommen. Die Stadtwerke sanieren das imposante Bauwerk im Herzen der Stadt für knapp vier Millionen Euro und wollen es künftig als Firmensitz nutzen.

Haldensleben l Wohl zum zweiten Mal in ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte bekam die Villa Albrecht in der Bahnhofstraße am Donnerstag eine Richtkrone. Damit schließen die Haldensleber Stadtwerke als Bauherr die Rohbau-Etappe für ihren neuen Firmensitz ab. Dementsprechend war es auch Geschäftsführer Detlef Koch vorbehalten, den letzten Nagel ins Gebälk des Dachstuhls zu treiben. Tatkräftige Unterstützung fand er dabei in Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel, Börde-Landrat Hans Walker und Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler.

Knapp elf Monate nach dem Baustart sind die Veränderungen an dem historischen Gebäude sichtbar. Detlef Koch erläuterte, welche Arbeiten seit September 2013 erfolgt sind. So wurden beispielsweise das bestehende Fundament verstärkt und die Bodenplatte im Keller erneuert. "Bei Altbauten wie der Villa Albrecht steht der Bauwerksschutz an erster Stelle. Es ist besonders wichtig, das Fundament zu sanieren, um die weiteren Baumaßnahmen am Gebäude durchzuführen und das Einzeldenkmal langfristig zu erhalten", so Detlef Koch.

Entfernt wurde mittlerweile auch die provisorische Holzbalkendecke auf allen Ebenen und mit sogenannten Ziegeldecken ersetzt. Parallel dazu fanden erste Maurerarbeiten und statische Arbeiten statt. Zuletzt erfolgten der Abbruch des Daches und der Neuaufbau des Dachstuhls.

"Das Land fördert die Sanierung mit rund 680000Euro", sagte Thomas Webel. Die Fördermittel - zusammen mit dem kommunalen Eigenanteil der Stadt Haldensleben immerhin knapp eine Million Euro - stammen aus dem Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren", mit dem besonders Projekte finanziell unterstützt würden, die einen Beitrag zur Wiederbelebung der Innenstädte leisteten.

Gut vier Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt, wovon allein etwa 3,45 Millionen Euro auf die Sanierung der Villa und eine halbe Million Euro auf das neue Kundencenter entfallen, das ebenfalls auf dem Gelände entsteht. "Durch die Verbindung von historischer Villa und modernem Neubau wird nicht nur sichtbar, dass wir Traditionen Wert schätzen und gleichzeitig innovative Ideen für eine sichere Energiezukunft entwickeln", betonte Detlef Koch. "Der gläserne und barrierefreie Neubau symbolisiert auch unsere Unternehmensphilosophie. Wir stehen für Transparenz und Kundennähe."

Dass das Gebäude umweltschonend und effizient mit Wärme, Kälte und Warmwasser versorgt wird, ist laut Koch für die Stadtwerke Haldensleben ein Muss. In den Energieerlebnisraum wird zudem ein Blockheizkraftwerk eingebunden sein. Wie es arbeitet, das können die Besucher dann aus nächster Nähe miterleben.

Den weiteren Bauzeitplan hat Detlef Koch schon fixiert. Als nächstes stehen der Einbau der Treppe, Putzarbeiten, der Aufbau des Fußbodens sowie der Einbau der Fenster und Türen an. Gleichzeitig erfolgt die originalgetreue Restaurierung der Außenfassade. "Wenn alles nach Plan läuft, beabsichtigen wir den Umzug in das neue Gebäude bereits im Sommer nächsten Jahres", ließ Koch verlauten.

Einen Blick hinter die Fassade der Villa können neugierige Haldensleber übrigens beim Tag der offenen Baustelle werfen. Dazu laden die Stadtwerke für Mittwoch, 27. September, von 10 von 15 Uhr ein.