Eine Postkarte aus dem Jahr 1902 zeigt das Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian noch völlig erhalten. Ein gutes Omen für den Bürgerverein, der das Mausoleum sanieren lassen will.

Weferlingen (cbo) l Die alte Postkarte kommt genau richtig. Dr. Karl Thielecke, ein gebürtiger Weferlinger, hat sie aufgestöbert, gekauft und an Gerald Wolters, den Vorsitzenden des Bürgervereins Weferlingen, geschickt. "Denkmal des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth zu Weferlingen. Enthüllt am 17.Juli 1902" ist auf der Postkarte zu lesen, die am 18. Juli 1902 abgestempelt wurde. Abgebildet ist nicht nur das Mausoleum, sondern auch die Büste davor.

Damit ist eindeutig belegt, was der Bürgerverein bisher schon in alten Zeitungen gefunden hatte. Eingeweiht wurde die Büste am Geburtstag des Markgrafen 1902. Der damalige Bürgerverein hatte mit Theateraufführungen das Geld für die Büste verdient. Aufgestellt wurde die Büste, um Friedrich Christian zu ehren, der einst eine Stiftung mit einem Kapital von 112000 Talern gegründet hatte, deren Zinsen zur Unterstützung von Armen, Waisen und Studenten verwendet wurde. Außerdem wurde mit Geld aus der Stiftung alljährlich ein Kinder- beziehungsweise Schulfest gefeiert, das letzte 1936.

Mit der Postkarte ist nun auch genauer ersichtlich, wie das Mausoleum einst aussah, das sich der Markgraf erbauen ließ, in dem er aber nicht begraben wurde. Ein Teil der Figuren ist nämlich bereits vom Dach gefallen und zerstört.

Die Postkarte will der Vereinsvorsitzende an das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie nach Halle schicken. Der Bürgerverein, der die Büste bereits restaurieren ließ, hat sich jetzt auf die Fahnen geschrieben, das Mausoleum sanieren zu lassen. Jetzt soll dank Unterstützung vom Landkreis Börde zunächst das Baugutachten in Auftrag gegeben werden. Erst dann weiß der Bürgerverein, wieviel die Sanierung kosten wird. Seit Jahren wird für dieses Vorhaben kräftig gespart, werden Spenden gesammelt.

Auch am Tag des offenen Denkmals soll das Mausoleum wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Der Bürgerverein plant Aktionen am Grauen Hermann und Heimat- und Apothekenmuseum. Dort werden auch die Postkarten angeboten, die der Verein vom Mausoleum hat machen lassen. Wer Lust hat, kann diese Karte gleich schreiben und an Freunde und Verwandte schicken. Lutz Otto Westphal, der den Markgrafen Friedrich Christian verkörpert, ist rechts auf der Postkarte zu sehen, links steht Gerald Wolters als Georg Friedrich Karl, der ältere Bruder.

Angeboten wird auch der Jahreskalender für 2015, den Joachim Hoeft wieder erarbeitet hat. Der Erlös des Kalenders fließt in das Mausoleum - wie weitere Aktionen am Denkmaltag für ein Denkmal.

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