Rundum gelungen ist den Wegenstedter Schützen ihre Geburtstagsfeier. Vor 20 Jahren, am 11. August 1994, war der Verein mit neun Mitgliedern gegründet worden.

Wegenstedt l Es braucht einen Motor, um ehrenamtlich tätig zu werden und aktiv zu bleiben. Seinen Motor machte sich vor 20 Jahren Gerhard Reinecke zunutze, fand einige Mitstreiter und gründete den Schützenverein Wegenstedt. Unter dem Schriftstück mit dem Gründungsdatum 11. August 1994 stehen neun Gründungsmitglieder. "Ohne ihn wären wir heute nicht hier und könnten nicht den 20. Geburtstag feiern. Er hatte die Idee und ergriff die Initiative", würdigte Vereinsvorsitzende Almut Eggeling in ihrer Festansprache. Damals wurde im Trio mit Wolfgang Rindt der Schützenverein aus dem Nichts, aber aus der Tradition der länger ruhenden Landwehrvereine heraus, ins Leben gerufen.

Schützenhilfe gab es von der Oebisfelder Schützengilde, die mit Rat und Tat zur Seite stand und den Wegenstedtern auch das erste Gewehr für den Verein mitbrachte.

Drei Jahre nach der Gründung übernahm Altmut Eggeling als erste Frau im Kreis den Vorsitz des Schützenvereins. Mittlerweile sind es 16 Jahre, die sie an der Spitze eines funktionierenden, rund 30 Mitglieder zählenden Vereins steht.

Der alte GST-Schießstand im Ort war nicht mehr zu gebrauchen. So entstand, größtenteils in Eigeninitiative des Vereins, ein neuer Schießstand. Mit seiner Einweihung am 15. Juni 2002 erfüllten sich die Wegenstedter einen Traum. Und noch so ein Traum hatten sie, was eine Vereinsfahne betraf. Am 23. Oktober 2004 konnte sie schließlich geweiht werden. Uniformen waren zu dieser Zeit ebenfalls für den Verein eingetroffen, so dass sich ein vollständiges Bild ergab.

Zum Festumzug am Sonntag hatten sich neben einheimischen Vereinen wie dem Heimat- und Bürgerverein, der Blaskapelle, dem UAZ-Fanclub "Die Eisenschweine", der freiwilligen Feuerwehr, dem Jugendklub und dem Taubenzüchterverein befreundete Schützenvereine eingefunden.

Angeführt wurde der Umzug von Almut Eggeling, die an ihrer Seite Verkehrsminister Thomas Webel, Landrat Hans Walker, Bürgermeister Volkmar Schliephake, Wegenstedts Ortsbeauftragten Gerhard Reinecke sowie die Landtagsabgeordneten Rita Mittendorf und Ralf Geisthardt, auch als Vorsitzender des Kreissportbundes, hatte. Musikalisch gab die Schalmeienkapelle Flechtingen den Takt an. Mit marschierten neben den gastgebenden Schützen aus Wegenstedt auch Oebisfelde, Rätzlingen, Flechtingen, Velsdorf und Erxleben. Als Kanoniere am Schützenplatz feuerten weitere Vereine wie zum Beispiel aus Haldensleben und Hörsingen ihre Salven gen Himmel.

Der Verkehrsminister hatte als damaliger Landrat die Entwicklung des Schützenvereins miterleben können und ließ es sich nicht nehmen, zur Gratulantenschar zu gehören.

Es sei schwer gewesen, nach 1990 das Schützenwesen wieder aufzubauen, denn bis dato gab es das in der DDR quasi nicht. Doch zur Brauchtumspflege und für den Schießsport seien die Vereine eine wichtige Säule des Lebens, insbesondere in den ländlich geprägten Strukturen, sagte Thomas Webel. Er stehe zu den Schützen, wohl wissend, dass es immer mal wieder Diskussionen gibt, wenn etwas passiert.

Landrat Hans Walker würdigte den Schritt der Wegenstedter zur Neugründung aus der Historie heraus. Es sei gut, dass es Leute gibt, die Interesse bekundet und die Tradition bewahrt hätten. "Es war ein wunderschöner Marsch durch den Ort und die Natur", meinte der Landrat.

Disziplin, eine ruhige Hand und ein gutes Auge - das alles braucht der Schütze, und das werde in Wegenstedt dem Nachwuchs vermittelt, würdigte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake insbesondere die Jugendarbeit.

Rundum zufrieden ist Almut Eggeling mit dem Verlauf des Festes und dem Zuspruch. Während bereits am Freitagabend die Wegenstedter Schützen ihre Majestäten auf dem Schießstand ermittelten, bot das Fest am Sonnabend und Sonntag den Bürgern Gelegenheit, mit dem Luftgewehr ihr schießsportliches Können unter Beweis zu stellen. Über die Vereins- und Volkskönige berichtet die Volksstimme in ihrer nächsten Ausgabe.

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