Eine Strandlounge wird es in Haldensleben auf absehbare Zeit erst einmal nicht geben. Zwar zeigt sich die UHH Umschlags- und Handelsgesell- schaft Haldensleben offen für das Vorhaben, doch zeitlich möchte sich Geschäftsführer Hergen Hanke nicht festlegen.

Haldensleben l Den sommer- lichen Feierabend mit den Füßen im Sand, mit Blick auf das Wasser und einem kühlen Getränk in der Hand zu genießen, das soll auch in Haldensleben möglich sein. Doch derzeit stehen die Chancen für eine solche Strandlounge, gepaart mit einem Beachvolleyballfeld, in der Kreisstadt schlecht.

"Wir brauchen jemanden, der solch eine Lounge auch betreibt. Und da drängt sich zur Zeit niemand auf", nennt Stadt-Dezernent Henning Konrad Otto das Hauptproblem. Schon seit Jahren sei die Stadt an diesem Thema dran, Fortschritte gebe es aber kaum, macht er auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Soziales und Sport deutlich. Der hatte sich auf Beschluss des Stadtrats damit zu beschäftigen, nachdem der Antrag von Ratsfrau Regina Blenkle (FUWG) auf Einrichtung einer solchen Strandlounge an der Ohre zunächst in die Fachausschüsse verwiesen wurde.

Einen möglichen Partner dafür sieht die Stadt in der UHH Umschlags- und Handelsgesellschaft Haldens- leben. Sie hatte bereits im Jahr 2012 auf Wunsch der Stadt das Fahrgastschiff "Haldenslebener Roland" als Betreiber übernommen. Doch genau daran scheint die zeitnahe Einrichtung einer Strandlounge in der Stadt im Augenblick noch zu scheitern.

"Seitdem wir das Schiff 2012 übernommen, arbeiten wir an einem Gesamtkonzept, um mehr Gäste anzuziehen", erklärt UHH-Geschäftsführer Hergen Hanke. Bislang mit ersten Erfolgen: Konnten im vergangenen Jahr genau 1983 Gäste an Bord begrüßt werden, so sind es laut Hanke in diesem Sommer - Stand Juli - bereits 2100. "Wir sind damit ganz zufrieden", meint er, macht aber vor den Ausschussmitgliedern keinen Hehl daraus, dass der "Roland" ein Zuschussgeschäft sei. "Aber es ist auch mein persönliches Steckenpferd", steht Hanke weiter zu diesem touristischen Nebengeschäft des Logistikunternehmens.

Gerade um das "zarte Pflänzchen Fahrgastschiff" weiter wachsen und gedeihen zu lassen, hält er eine Strandlounge oder -bar derzeit für ungünstig. "Auch wir sprechen mit unseren maritimen Angeboten die Zielgruppe ,junge Leute` an", betont Hanke und verweist auf den umfangreichen Veranstaltungskalender, der für alle Altersgruppen Angebote bereit halte. Besonders die regelmäßigen After-Work-Partys auf dem Schiff seien bei den 20- bis 40-Jährigen der Renner.

Grundsätzlich allerdings steht er der Idee aufgeschlossen gegenüber. "Für die Zukunft ist eine Strandlounge als Ergänzung unseres Angebots durchaus vorstellbar", meint er, "aber einen Zeithorizont lasse ich noch offen." Allerdings, und da ist sich Hanke bereits jetzt schon sicher, "wird solch eine Einrichtung nicht zu 99 Prozent über die UHH laufen."

"Es hat in diesem Zusammenhang auch Gespräche zwischen dem Bürgermeister und den Stadtwerken gegeben", informiert Henning Konrad Otto die Ausschussmitglieder. Demnach hätte sich das städtische Tochterunternehmen bereit erklärt, für die notwendigen Ver- und Entsorgungsleitungen zu sorgen. "Als Betreiber stehen die Stadtwerke aber nicht zur Verfügung, genauso wenig die Wohnungsbaugesellschaft Wobau", bleibt für Otto das Problem eines Betreibers ungelöst.

Ein Standort allerdings hat sich schon als optimal herauskristallisiert: der Fahrgastschiffanleger am Mittellandkanal. "Wir haben dort die Nähe zum Sportboothafen, zur Sporthalle und auch zur Promenade, die zwischen den Brücken Bebertaler und Süplinger Straße stadtseitig entstehen soll. Daher wäre der Anleger ein geeigneter Standort und wir sollten das Vorhaben auch an dieser Stelle verorten und weiter entwickeln", schlägt er vor.

Diesem Standortgedanken kann sich auch Ausschussvorsitzender Klaus Czernitzki (Die Linke) anschließen. "Es braucht einen Betreiber für die Gastronomie und auch für die sanitäre Einrichtungen. Das kann an der Ohre nicht mal eben so schnell verwirklicht werden", hält er den Platz am Kanal ebenfalls für geeignet. "Doch wir sollten die ganze Sache gut durchdenken und nicht einfach aus dem Boden stampfen", lehnt er einen Schnellschuss ab.