Süplingen l Feierliche Stimmung in der Kindertagesstätte "Wirbelwind": Nach 40 Jahren als Erzieherin ist Hortnerin Ute Knels in den Ruhestand gegangen. Um sich zu verabschieden, hatte sie zuvor aktuelle sowie ehemalige Kita-Kinder, Kollegen, Weggefährten sowie Freunde der Einrichtung zu einer Feierstunde eingeladen.

"Für mich ist es heute ein ganz besonderer Tag. Denn vor 40 Jahren wurde mein Traum war", erinnerte sich Ute Knels in ihrer Begrüßungsrede zurück. Anfangs habe sie als Stenophonotypistin beim Rat des Kreises gearbeitet, und zwar in der Abteilung Volksbildung. "Das war mein Sprungbrett", so Knels. Denn schon damals hatte sie großen Anteil an der Arbeit in den Einrichtungen gezeigt. Deshalb machte sie der damalige Referent für Lehrerbildung auf ein berufsbegleitendes Studium aufmerksam. Fünf Jahre und einen Abschluss später trat Ute Knels eine Stelle im Hort der polytechnischen Oberschule Althaldensleben an. "Das war ein wunderschöner Einstieg für mich", betonte die Hortnerin. Später wechselte sie an die Jahn-Oberschule. Ein Jahr darauf stand bereits die nächste Entscheidung an. "Ich hatte damals zwei Möglichkeiten: Ich hätte als Hortnerin an eine Schule am Süplinger Berg gehen können - oder direkt nach Süplingen", sagte Knels. Als gebürtige Süplingerin entschied sie sich für Letzteres, in der Hoffnung, Familie und Beruf so leichter unter einen Hut zu bekommen. Schließlich wohnt Ute Knels nur zwei Häuser vom "Wirbelwind" entfernt.

Mittlerweile liegt die Entscheidung 35 Jahre zurück. Und Ute Knels hat sie nicht bereut: "Es waren 35 fröhliche Jahre. Der Süplinger Hört ist mit unbeschwertem Spielen und der Natur verbunden", betonte die Hortnerin. Umso mehr bedauere sie die aktuelle Entwicklung. Nachdem die Süplinger Schule schon vor langer Zeit geschlossen wurde, denkt die Stadt nun auch über ein Aus für den Hort nach. Das sei schade, "denn die Kinder fühlen sich hier weiter wohl. Eine neue Wärmedämmung und neue Fenster, schon wären die Süplinger glücklich", urteilt Ute Knels. "Es ist nie zu spät, zu handeln und sich auch einmal gegen etwas aufzulehnen", sagte sie. "Für die Kinder ist es hier schöner, als wenn sie auf einem Haldensleber Schulhof herumsitzen."

Nicht zuletzt fürchtet sie auch um das Süplinger Vereinsleben. Denn Ute Knels hat den Süplinger Narrenbund begründet und ist weiterhin Ehrenpräsidentin. Jedes Jahr hat sie mit den Kita-Kindern eine eigene Prunksitzung auf die Beine gestellt - inklusive Prinzenpaar, Elferrat, Büttenreden, Tanz und Gesang. "Wenn der Hort geschlossen wird, ist das ein Problem. Denn wir brauchen die direkte Arbeit mit den Kindern, nicht nur Absprachen über das Internet."

Darüber hinaus bedankte sich Ute Knels bei ihrer 93-jährigen Mutter, die ihr stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe. Mit Marion Bortfeld stellte sie den Gästen auch ihre Nachfolgerin vor. Doch Ute Knels wird der Einrichtung auch weiterhin verbunden bleiben. Schließlich besuchen zwei ihrer Enkelkinder den Hort, und ein weiteres ist im Kindergarten.

Nach einem Festprogramm mit Gesang und Gedichten, bedachten die Kinder, Eltern und Kollegen die Hortnerin mit zahlreichen Geschenken. Einrichtungsleiterin Evelyn Clare bedankte sich bei Ute Knels ausdrücklich für ihr jahrelanges und unermüdliches Engagement.