Rottmersleben l Einige Rottmersleber sorgen sich um ihre alte Obstbaumallee: Entlang der alten Kreisstraße von Rottmersleben nach Bebertal sind insgesamt 63 alte Apfel- und Birnenbäume mit Signalfarbe markiert und mit Nummern versehen worden.

Rottmerslebens Ortsbürgermeister Hans-Eike Weitz fragte bei der jüngsten Sitzung des Eigenbetriebsausschusses für Straßenbau und -unterhaltung nach den Gründen.

Hohe Börde ist bester Birnenstandort Europas

"Im Dorf ist man jetzt besorgt, dass alle 63 Bäume gefällt werden sollen", sagte Weitz. Bei der Allee handele es sich um eine der ältesten, zusammenhängenden Birnenbaumalleen der Region. Im Dorf gebe es gerade Bestrebungen, mit Informationstafeln auf diese Besonderheit hinzuweisen.

Erst im Frühjahr hatte der Naturschutzbund (Nabu) die Allee nordwestlich von Rottmersleben und die Bestände in der Hohen Börde als "europaweit besten Birnenstandort Europas" bezeichnet.

Die Kennzeichnung ist erst einmal vorläufig

Der Wirtschaftsausschuss Hohe Börde hatte auch deshalb die vom Nabu angeregte Mitfinanzierung eines Fachmannes für Obstbaumschnitt durch die Gemeinde befürwortet. Damit sollen die alten und immer stärker zurückgehenden Bestände an Obstbaumalleen und Streuobstwiesen in vier Gemeinden des Landkreises vorm endgültigen Aus bewahren.

Vom Eigenbetrieb bekam der Rottmersleber Ortsbürgermeister die Antwort, dass derzeit im Rahmen der Sorgfaltspflicht die Bäume entlang von Kreisstraßen begutachtet werden. Bäume, von denen eine Gefahr ausgehen könnte, werden entsprechend markiert. Dabei handele es sich allerdings zunächst um einen Vorschlag, eine Markierung bedeute noch nicht, dass die Bäume auch tatsächlich gefällt werden. Gemeinsam mit dem Fachdienst Umwelt werde es noch eine weitere Befahrung und Begutachtung der markierten Bäume geben. Erst dann werde entschieden, welche Bäume auch gefällt werden müssen. Im Rottmersleber Fall werde es frühestens Mitte Oktober eine entsprechende Klärung geben, hieß es.