Großen Zuspruch seitens der Hödinger fand die feierliche Enthüllung des Gedenkstein zum 750. Ortsbestehen. Damit war der Auftakt für ein ganzes Festwochenende gegeben.

Hödingen l Mit großer Wahrscheinlichkeit gab es Hödingen schon vor dem Jahr 1264, doch seit diesem Jahr ist es verbrieft in Urkunden des Walbecker Klosterstiftes. So wechselvoll wie die 750-jährige Geschichte des Dorfes, so häufig wechselt auch der Name, weiß Ortsbürgermeister Heinrich Könnecke. 1264 hieß es beispielsweise Hedinge, 1311 Hoginghe, 1450 Hogine, 1735 Hötingen, plattdeutsch Hoig.

In der ältesten Ortschronik hatte der Bürgermeister in Vorbereitung auf das Festwochenende geblättert und trug Passagen daraus anlässlich der Einweihung des Gedenksteines zum Jubiläum vor.

Mit der Endung "ingen" verbindet der Historiker Dörfer als germanische Siedlungen. Die Baumaterialien der damaligen Zeit entstammten der Natur: Holz, Lehm, strohgedeckte Dächer. Diese sorgten letztendlich dafür, dass bei Bränden wie im Jahr 1792 weite Teile des Unterdorfes ein Opfer der Flammen wurden. Eine Feuersbrunst soll aber auch das Oberdorf heimgesucht und große Teile vernichtet haben.

Beim Wiederaufbau wurde darauf geachtet, dass nicht wieder Strohdächer verwendet wurden.

In den Kriegen von 1870/71 und den beiden Weltkriegen verlor Hödingen viele Einwohner, die in den Kampf gezogen waren. Doch nach 1945 hatte der Ort zeitweise zwischen 800 und 900 Einwohner, wusste Heinrich Könnecke zu berichten. Heute sind es rund 260 Einwohner, und der Ortsbürgermeister ist froh, dass in den zurückliegenden Jahren einige junge Familien ansässig geworden sind.

Zahlreiche Einwohner, aber auch Gäste aus den umliegenden Ortschaften nutzten den schönen Abend am Donnerstag, um bei der Steinenthüllung dabei zu sein und im Anschluss noch in geselliger Runde beisammen zu sitzen.

Eigens für das Ereignis hatte die Gemeinde zwei neue Sitzbänke beigesteuert und vor dem Zugang zum Gedenkstein, der mit einem Relief mit Hödinger Symbolen von Michael Jarek versehen worden war, in der Ortsmitte aufgestellt. Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Oebisfelde-Weferlingen vom Standort Weferlingen haben bei der Aufstellung des Granit-Kolosses mit angepackt.

Eine weitere, nagelneue Bank steht nur ein Stück weiter unter einem alten Baum. Diese Bank ist ein Geschenk zum Jubiläum von Hödingen bei Überlingen am Bodensee. Der dort erst vor kurzem neu gewählte Bürgermeister nutzte bereits vor einer Woche seine Urlaubsreise für einen Abstecher nach Hödingen, um Glückwünsche und das Geschenk zu überbringen.

Nach der Wende hatten beide Namensvettern Kontakt zueinander aufgenommen und sich seitdem auch einige Male besucht.

Am heutigen Sonnabend bereitet sich das ganze Dorf auf den großen Festumzug vor, der um 10 Uhr starten soll. Apropos starten: Ein Hubschrauber soll den Tag über immer wieder in die Luft gehen und den Festbesuchern einen Blick von oben auf Dorf und Umland ermöglichen. Im Anschluss startet ein buntes Treiben auf dem Festgelände am Sportplatz. Die noch im Bau befindliche Kirche lädt zu Turmbesteigungen ein. Allerlei musikalische Gäste bieten Unterhaltung für jedes Alter.