Mit einer neuen Bahnverladestation wollen sich die Norddeutschen Natursteinwerke am Standort Flechtingen wettbewerbsfähiger und moderner machen. Auch an den Emmissionsschutz wird dabei gedacht.

Flechtingen l Zwischen fünf und sechs Millionen Euro, schätzt Betriebsleiter Uwe Werner, wird sein Unternehmen voraussichtlich im kommenden Jahr in den Standort Flechtingen stecken, wenn die neue, moderne Bahnverladestation genehmigt und realisiert wird.

Die Norddeutschen Natursteinwerke (NNG) haben bereits seit 19 Jahren eine Bahnverladung auf ihrem Gelände und damit anfangs hauptsächlich Bundesbahnschotter für die ICE-Strecke nach Hannover transportiert. Später kamen die ersten Edelsplitte hinzu, berichtet Uwe Werner. Mit den jetzt allerdings erreichten rund eine Million Tonnen jährlich stößt die NNG auf der Schiene an ihre Kapazitätsgrenze. Die neue Verladestrecke stellte der Betriebsleiter jüngst dem Flechtinger Gemeinderat vor. Sie soll vor allem eine Ladezeitverkürzung erreichen, aber auch mehr Lkw von der Straße bekommen.

Steigerung bis zu 8 Prozent

Der Anteil am Schienen- und Schiffsverkehr steigt in der Branche. Ziel sei es, dabei eine Zunahme um fünf bis acht Prozent zu erreichen, sagte Uwe Werner. "Um beiden Rechnung zu tragen, sind wir derzeit zu langsam und zu unwirtschaftlich", begründet der Betriebschef den Schritt der nicht unerheblichen Investition. Mit drei Eisenbahnunternehmen hat die NNG Verträge laufen, schickt Waggons gen Norden und Westen, doch das soll in Zukunft deutlich schneller vonstatten gehen. Die Ladezeitreduzierung sei eine wichtige Säule in dem neuen baulichen Konzept. Mit der geplanten Anlage können die Züge größer, die Verladezeiten optimiert werden. In einer zum Entwurf gehörenden überdachten Verladehalle sollen drei Waggons gleichzeitig beladen werden können. Damit will das Unternehmen gleichzeitig dem Lärmschutz Rechnung getragen. Über eine Bandanlage erfolgt die Bestückung.

Acht große Silos a 4500 Tonnen und ein kleines Silo für Spezialkörnungen mit 2000 Tonnen direkt an der neuen, rund 300 Meter längeren Strecke sollen die Lagerkapazität deutlich erhöhen und die Ladezeit verkürzen.

Die mit der neuen Anlage erzielte Eindämmung des Lkw-Verkehrs begrüßt Flechtingens Bürgermeister Dieter Schwarz ebenso wie die geplante Entstaubungsanlage. Denn parallel zur neuen Verladung wird auch an den Emmissionsschutz gedacht. Wo bislang mit Wassersprenklern dem Staub Einhalt geboten wurde, soll künftig eine Entstaubungsanlage 60000 Kubikmeter Luft filtern. "Wenn dann auch noch die betriebsinternen Arbeitsabläufe optimiert werden können, ist das eine rundum positive Sache", meint das Flechtinger Ortsoberhaupt. Dem konnten sich die Gemeinderatsmitglieder bei der Vorstellung des Planes nur anschließen.

Wenn alles gut läuft, so Uwe Werner, soll die neue Bahnverladestation auf dem Gelände des Hartsteintagebaus Flechtingen schon zum Beginn der nächsten Saison in Betrieb gehen.