Der Rätzlinger Ortschaftsrat hat entschieden, sich doch nicht am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" zu beteiligen. Das neugewählte Gremium möchte erst anstehende Aufgaben im Ort bewältigen, um dann die aufgelisteten Perspektiven mit Leben zu erfüllen.

Rätzlingen l Ursprünglich plante der Rätzlinger Ortschaftsrat, dass sich der Ort am Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" beteiligt. Im damaligen Ortschaftsrat wurden diesbezüglich schon einige Vorbereitungen getroffen. Im Wettbewerb sollten sich der Ort, die Vereine und seine Menschen vor einer Jury präsentieren.

Bei einem ersten Treffen im neugewählten Gremium gab es schon Bedenken und die Anregung, die Teilnahme zu verschieben. Grund dafür sei zum einen, dass Hannelore Segeler, die zuvor die nötigen Unterlagen zusammengetragen und vorbereitet hatte, nicht mehr im Rat vertreten ist, und zum anderen, dass die Zeit zur Antragsabgabe zu knapp war.

Viele Vorhaben, wie der neue Anbau der Kindertagesstätte oder die neu gestalteten Horträume in der Grundschule, wurden in den letzten Monaten realisiert. Die Rätzlinger hätten also einige Projekte und auch die aktive Vereinsarbeit mit Stolz präsentieren können. Hingegen gäbe es noch viele "Baustellen" und Ecken, die in Ordnung gebracht werden müssten.

René Kohlhas (UWG Feuerwehr), neues Mitglied im Ortsrat, erklärte sich spontan bereit, sich in die Unterlagen und in das Zahlenwerk, welches es für den Antrag zum Wettbewerb noch auszufüllen galt, einzuarbeiten.

Sven-Uwe Hecker (Aktive WG Sport), der neue stellvertretende Bürgermeister, entgegnete: "Wir sollten uns erst mal neu zusammen finden und unsere Hausaufgaben machen." Hecker bezog sich auf das Ortsbild und auf die Perspektiven. "Wenn ich daran denke, was wir alles mal hatten, als meine Familie und ich vor zehn Jahren nach Rätzlingen gezogen sind. Da gab es noch einen Arzt, eine Einkaufsmöglichkeit, eine Post und eine Sparkasse. Wir sind auf einem absteigenden Ast. Wir sollten jetzt angreifen. Projekte bewältigen, die noch offen sind, um uns dann beim nächsten Mal zu bewerben", blickte der Stellvertreter voraus.

"Hannelore Segeler hätte uns sicher beim Ausfüllen der Projektunterlagen unterstützt. Aber wir sind uns einig, dass wir uns erst in der nächsten Runde für den Titel bewerben. Für die Beantragung hätten noch so viele Dinge bearbeitet werden müssen. Da wollen wir jetzt nichts übers Knie brechen", erklärte Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens (Aktive WG Sport).

Um die neuen Aufgaben für die Zukunft zu meistern, schlug Behrens vor, dass sich künftig Doreen Pätz (Aktive WG Sport), Sven-Uwe Hecker, Jörg Lauenroth-Mago (Aktive WG Sport Rätzlingen) und René Kohlhas um Kultur und Soziales, wie Kindergarten, Schule und die Kontrolle des Jugendraumes zuständig fühlen. Zu den Aufgaben des Kultur- und Sozialausschusses gehört auch die Vorbereitung von Veranstaltungen, bei denen sie auch die Kontakte mit den Vereinen herstellen. Lauenroth-Mago erklärte sich spontan bereit, bei der Organisation des Weihnachtsmarktes alle Fäden in seinen Händen zu halten. Hecker versicherte, dass er sich künftig um den Jugendklub kümmern wird. Um Bauangelegenheiten im Ort werden sich weiter Edwin Wietig (UWG Feuerwehr) und Udo Müller (UWG) sowie der Bürgermeister selbst kümmern.

Unvorhergesehen wurde nun eine Baustelle errichtet. "Das Dach des alten Heizhauses, in dem auch der Hausmeister der Schule seine Werkstatt hat, ist kaputt. Da kam schon das Regenwasser durch. Es muss kurzfristig repariert werden. Wenn der Frost kommt, würde uns sonst alles kaputtfrieren", schilderte Behrens.

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