Acht Meter hohe Mauern, ein bis zu 15 Meter hoher Turm: Das geplante Burgbauprojekt der Haldensleber Windenknechte nimmt konkrete Formen an. Ein erster Entwurf des Bebauungsplanes liegt bald im Bürgerbüro aus.

Haldensleben l Gegenüber des Technischen Denkmals Ziegelei in Hundisburg möchte der Verein der Windenknechte eine hochmittelalterliche Niederungsburg errichten - über Jahre hinweg und zwar ausschließlich mit authentischen Baumethoden. Dieser Plan ist bekannt (Volksstimme berichtete). Doch was sich die Windenknechte wirklich vorgenommen haben, bringt der Entwurf des Bebauungsplanes ans Licht. Demnach geben sich die Vereinsmitglieder nicht mit kleinen Brötchen zufrieden.

So ist unter anderem eine acht Meter hohe Burgmauer geplant. Sie soll ein Gelände von bis zu 1200 Quadratmetern umfassen. Der Burgtrum erreicht laut Entwurf eine Höhe von bis zu 15 Metern. Wassergräben, Bauhütte und Wälle runden das Ensemble ab. Doch dieses Bollwerk ist nur ein Teil des Projekts.

Zusätzlich soll die sogenannte Burgmannensiedlung entstehen. Nach den bisherigen Unterlagen wird sie im Umfeld der Burg aus bis zu zehn Bauernhäusern in mittelalterlicher Bauweise bestehen. Zeitweise sollen diese Gebäude auch an Ferienhäuser dienen. Das gilt auch für bis zu 15 weitere Bauernhäuser, die auf einem nordöstlich angrenzenden Gelände entstehen soll. Tierhaltung ist ebenfalls vorgesehen. "Die Gebäude sollen weitgehend den Grundrissen einer auszugrabenden und zu dokumentierenden Wüstung folgen", heißt es in den Unterlagen. Stefanie Stirnweiß von der städtischen Abteilung für Stadtmarketing und Kommunikation erklärt dazu: "Auf dem Gelände befand sich früher die Siedlung Medebeke." Deshalb würden auch archäologische Untersuchungen das Burgbauprojekt begleiten. Die neue Burgmannensiedlung solle sich dann an den historischen Funden orientieren.

Weiterhin vorgesehen sind eine Dorfkirche, Lager- und Bearbeitungsplätze für Baumaterialien, Zugänge, Zufahrten, Bauerngärten und diverse Nebenanlagen. Direkt an der Jacob-Bührer-Straße sollen Weide- sowie Ackerflächen und Streuobstwiesen entstehen. Auch hier steht die historische Bewirtschaftung im Vordergrund. Am nordöstlichen Ende des Areals ist entweder ein Wald zur historischen Bewirtschaftung oder ein Hutewald geplant. Hinter Letzterem versteckt sich eine lichte Waldfläche, die auch als Weide für Ziegen, Schafe sowie eventuell Schweine dienen kann. Die Anpflanzung soll allein aus einheimischen Laubbäumen bestehen.

Nicht zuletzt sieht der Bebauungsplan auch einen Service-Bereich im Südosten des Geländes vor. Geplant sind dort Garagen und Stellplätze sowie Verwaltungsgebäude. Schank- und Speisewirtschaften sollen entstehen, desweiteren Beherbergungsbetriebe mit bis zu 20 Betten und ein Verkaufsbereich für touristische Artikel. Aufsichts- und Bereitschaftspersonal des Projekts sollen hier auch wohnen können.

Der Entwurf des Bebauungsplanes wird vom 22. September bis 21. Oktober im Bürgerbüro der Stadt Haldensleben öffentlich ausliegen.