Zahlreiche Helfer hinter und vor den Kulissen hatten aus dem diesjährigen Döhrener Hoffest ein Fest der Begegnung gestaltet. Neben allerlei herzhaften und süßen Speisen zum Schlemmen sorgte einmal mehr die Trachtengruppe "De Steinbekers" für Unterhaltung.

Döhren l Jede Menge fürs Auge, aber auch für die Ohren, die Nase und den Mund, also für alle Sinne, boten zum diesjährigen Döhrener Hoffest "De Steinbekers". Mit ihren Trachten aus dem Braunschweiger Land tanzen die Mitglieder des Ensembles nicht nur im Stil niederdeutscher Volkstänze, sondern präsentieren auch das historische bäuerliche Leben mit allerlei Handwerk. Während die Frauen in ihren schmucken Kleidern zumeist Nähen, Stricken, Häkeln oder Klöppeln, stehen die Männer an historischen Gerätschaften oder Werkbänken.

So wie Franz Frankiewicz. Er bot zum Hoffest die Kunst des Besenbindens an. Dazu braucht er Äste der Birke, am besten 0,8 Millimeter dicken Draht, einen angespitzen Holzstil und einige Werkzeuge sowie eine Spannvorrichtung. "Dies ist 1 Millimeter starker Draht, weil ich keinen anderen bekommen habe. Der lässt sich schwerer in Form bringen und ziehen", sagt Franz Frankiewicz, während er einen der Besen an mehreren Stellen fest verdrahtet. Dabei schaut ihm Andreas Oehme über die Schulter. Der junge Mann will wissen, wie so ein Besen richtig gebunden wird, um vielleicht sogar einmal in die Fußstapfen der Frankiewiczs zu treten, natürlich bezogen auch die Tanz- und Trachtengruppe.

"Wir machen das schon seit 28 Jahren", erzählt seine Frau Inge. Dabei habe sich ihr Mann das Handwerk nur von seinem Vater angenommen, gelernt habe er das nie. Doch die Frankiewiczs wissen ihre eigene Arbeit zu schätzen: "Für das Fegen der Blätter vom Rasen oder frisch gefallenen Schnee eigenen sich unsere Besen bestens", sagt die Nordsteimkerin.

Zur Tanz- und Trachtengruppe gehören die beiden schon von Beginn an, lieben und schätzen die Gemeinschaft und den frischen Schwund, der dadurch in ihrem Leben herrscht, und das, obwohl beide schon über 80 Jahre alt sind. Die öffentlichen Auftritt möchten sie ebenso wenig missen wie die vereinsinternen Zusammenkünfte.

Besonders stolz ist die Truppe auf ihren Nachwuchs. Beim Tanzen zeigten schon die Jüngsten, was sie so alles können. Die Kindertanzgruppe feiert in diesem Jahr schon ihr 25-jähriges Bestehen. Kinder von Eltern, die selbst einmal in der Tanzgruppe begonnen haben, sind mittlerweile schon dabei.

Zum Hoffest hatte der Heimatverein Döhren aber noch viel mehr auf die Beine gestellt. Vor allem an das leibliche Wohl war an vielen Ecken des Schenkschen Hofes gedacht worden, denn die Leute wollen zusammensitzen und erzählen, wissen die Vereinsmitglieder um ihre Vorsitzende Gudrun Heinecke aus der Erfahrung der vergangenen Jahre.

Viele Döhrener freuten sich über den Besuch ehemaliger Einwohner oder von Verwandten, die woanders wohnen. Begegnen konnte man auch den beiden neuen Regionalbereichsbeamten der Polizei, Carolin Scharenberg und Matthias Lütkemüller, die das Fest an der westlichen Einheitsgemeindegrenzen nutzten, um sich vorzustellen. Präsenz zeigte mit ihrer Technik die Freiwillige Feuerwehr Döhren, neben dem Heimatverein der Träger des kulturellen Lebens.

Eine Augenweide bot wieder einmal das üppige Kuchenbuffet der fleißigen Döhrener Frauen, bei denen sich Gudrun Heinecke ganz besonders bedankte. Sogar einen "Sonderzug zum Hoffest", vollständig aus essbaren Leckereien gestaltet, zierte die Tische. Kaum war das Buffet aufgebaut worden, begann auch schon der Sturm auf Kaffee und Kuchen.

An Ständen mit Schmuck, Dekoartikeln, Souvenirs, Fisch und Wurst konnten sich die Besucher auch noch für zu Hause eindecken.

 

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