Althaldensleben (az) l Die Lutherkirchengemeinde hat die Sanierung ihrer Friedhofskapelle abgeschlossen. Zwar wird das Gebäude schon seit Juni wieder genutzt. Doch als offizieller Schlusspunkt wurde nun auch das Altarkreuz restauriert. Laut Pfarrer Jens Schmiedchen steht das Kreuz seit 1961 in der Kapelle, zuvor gehörte es zur Ausstattung der Schinkel-Simultan-Kirche. "Es stand immer an seinem Platz, aber niemand wusste um seine Bedeutung", erklärt Jens Schmiedchen. Dieses Geheimnis konnte Ulrich Hauer, der Leiter des Haldens- leber Museums, lüften. Denn das Besondere an dem Kreuz ist die vergoldete Christusfigur. Laut Hauer entstand sie in der Porzellanmanufaktur von Johann Gottlob Nathusius - und zwar, wie Schmiedchen ergänzt, vermutlich um das Jahr 1830 herum. Ein Kreuz mit einer identischen Figur befindet sich der Hundisburger St.-Andreas-Kirche. "Vermutlich wurden damals mehrere Kreuze als Teil der Produktpalette der Manufaktur hergestellt. Es könnte sein, das sich in umliegenden Kirchen noch weitere befinden."

Doch an den beiden bekannten Exemplaren hatte die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Das Hundisburger Kreuz sei bereits vor etwa einem Jahr restauriert worden. Nun war das Althaldensleber Exemplar an der Reihe. Am Oberarm der Christusfigur befand sich ein Bruch, der ursprünglich violette Lendenschurz war ausgeblichen. Darüber hinaus zeigten sich an der Figur Farbspritzer, weil jemand das darunter liegende Kreuz neu gestrichen hatte, ohne zuvor die Christusfigur zu entfernen. Um die Beseitigung dieser Schäden kümmerte sich eine Spezialfirma aus Magdeburg. Sie lackierte auch Kreuz und Sockel neu. Ein Schild mit der Aufschrift "INRI" am Kopf des Kreuzes wurde ebenfalls restauriert. Alles in allem dauerten die Arbeiten rund vier Wochen. Die Kosten dafür betrugen knapp 300 Euro. Für diesen Betrag kam Heinrich von Nathusius, als Nachfahre von Johann Gottlob Nathusius, mit einer Spende auf. "Durch die Verbundenheit unserer Familie mit Althaldensleben hat uns das viel Freude gemacht. Ich sehe, dass sich Pfarrer Schmiedchen sehr um dieses historische Band kümmert. Es macht Spaß, sich daran zu beteiligen", so Nathusius. Darüber hinaus befinden sich in der Friedhofskapelle auch vier runde Wandtafeln, die von Johanne Nathusius gestaltet wurden. Darauf zu lesen sind Seligpreisungen aus der Bergpredigt. "Die Vermutung liegt nahe, dass es einmal neun solcher Tafeln gab", nimmt Jens Schmiedchen an. "Denn schließlich gibt es in der Bergpredigt auch neun Seligpreisungen." Ob es die übrigen fünf Tafeln noch gibt und wo sie sich befinden könnten, ist jedoch unbekannt. Außerdem möchte Jens Schmiedchen noch einen weiteren Dank in andere Richtung aussprechen: "Für uns als Gemeinde ist es eine große Freude, dass wir für die Kapelle ein elektronisches Klavier geschenkt bekommen haben."