Julia I. heißt die neue Heidekönigin. Sie wurde beim 37. Colbitzer Heide- und Bockbierfest von ihrer Vorgängerin Regina I. in einer feierlichen Zeremonie gekrönt. Tausende Besucher feierten mit den Colbitzern gemeinsam eines der größten Volksfeste der Region.

Colbitz l Der traditionelle Auflass von 160 Brieftauben der Züchter aus Colbitz und Lindhorst eröffnete das 37. Colbitzer Heide- und Bockbierfest. Dann war Bürgermeister Heinz Kühnel beim Bockbieranstich gefragt. Trotz seiner jahrelangen Erfahrungen und fachmännischer Assistenz durch Brauerei-Geschäftsführerin Petra Haase benötigte er in diesem Jahr doch einige Schläge mehr, um den Zapfhahn in das Fass zu treiben. Doch dann sprudelte der süffige Bock.

Das Fass war zuvor von "Hanni" auf die Bühne im Festzelt gezogen worden. "Frauen drängen immer mehr in Männerberufe", kommentierte Besitzer Bastian Sölter schmunzelnd die Tatsache, dass "Hanni" kein Ziegenbock, sondern eine Ziege ist.

Colbitzer begrüßen Gäste aus Ungarn und Franken

Zum Bockbieranstich war wieder reichlich Prominenz gekommen, darunter die Bundestagsabgeordnete Rosemarie Hein (Die Linke), Landrat Hans Walker (CDU) und der neue Leiter des Gefechtsübungszentrums, Oberst Uwe Alexander Becker. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte noch einen dringenden Termin in Halle, kam aber noch rechtzeitig zur Krönung nach Colbitz.

Heinz Kühnel begrüßte auch Gäste aus der fränkischen Partnerstadt Altdorf. Die Delegation leiteten der 2. Bürgermeister Ernst Bergmann und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereines Peter Grimm. Die Altdorfer hatten ihrerseits Gäste aus dem ungarischen Dunaharaszti mitgebracht. "Das ist ein tolles Fest", schwärmte Bürgermeister Dr. Laszlo Szolay.

Gespannt warteten Hunderte Festgäste im Volkshausgarten auf die Krönungszeremonie. Die Sänger des gemischten Chores Colbitz und die Akkordeongruppe "De Treckebüdels" stimmten musikalisch darauf ein. Dann kam die künftige Heidekönigin, flankiert von Blumen streuenden Mädchen aus der Kita "Heideblümchen", auf die Bühne.

Mit sichtlicher Wehmut nahm Regina I. die Krone von ihrem Haupt und setzte sie unter stürmischem Applaus ihrer Nachfolgerin auf. Zuvor hatte sich Heinz Kühnel noch mit herzlichen Worten für die engagiert geführte Amtszeit bedankt und Regina I. traditionsgemäß eine silberne Erinnerungskette überreicht.

"Ich freue mich auf dieses Amt und möchte die Region der Colbitz-Letzlinger Heide würdig vertreten", versprach Julia I. (Moritz). Die 17-jährige Schülerin des Wolmirstedter Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums kommt aus Barleben.

Die Heidefestbesucher konnten unter zahlreichen Veranstaltungsangeboten wählen. Viele Unterhaltungskünstler waren nach Colbitz gekommen, darunter auch der bekannte Sänger und Entertainer Achim Mentzel. Die Mühlenfreunde hatten im "Backhus" an der Mühle den Ofen angeheizt und boten frisches Brot und Kuchen an. Vereinsvorsitzender Friedhelm Sienholz drehte die Mühle in den Wind, der die Flügel antrieb.

Tolle Stimmung gab es auch bei den Abendveranstaltungen im Volkshausgarten und im Festzelt. Wer etwas mehr Ruhe und Beschaulichkeit vorzog, war in der Paulus-Kirche oder im Galeriecafé gut aufgehoben. In der Kirche eröffnete Heidefotograf Bernd Luge seine Fotoausstellung über den Lindenwald. Im Galeriecafé boten die Frauen der Töpfergruppe nicht nur Kaffee und Kuchen an, sondern auch eine Bilderausstellung. Zur Eröffnung waren die beiden Malerinnen Rosemarie Knopp und Birgit Müller-Hock aus Lüderitz gekommen.

Auch die Hundefreunde kamen bei einer Rassehunde-Schau in der Heide-Sporthalle auf ihre Kosten.

Bürgermeister bedankt sich bei den vielen Helfern

"Ein ganz herzliches Dankeschön geht an alle Helfer, Bürger und Vereine, die dieses Fest mit vorbereitet und unterstützt haben", sagte Bürgermeister Heinz Kühnel, "besonders zu nennen sind die Mitglieder der Arbeitsgruppe Heidefest mit Andreas Petzhold an der Spitze und das Team unserer Gemeindearbeiter um Gerald Ebert."

Für reichlich Applaus sorgte auch Brauerei-Geschäftsführer Peter Lehna. Er erinnerte an sein beim Heidefest im vergangenen Jahr gegebenes Versprechen. "Wir wollten die Colbitzer Heidebrauerei wieder zu der Heimatbrauerei der Region machen. Und das ist uns gelungen. Das Colbitzer Bier kommt nach der Inbetriebnahme des neuen Sudhauses wieder zu 100 Prozent aus Colbitz."

   

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