Nach dem gewaltsamen Tod eines 48-Jährigen in einer Wohnung in Klein Wanzleben in der Nacht zum Sonntag ist gegen einen 38-jährigen Beschuldigten Untersuchungshaft angeordnet worden. Er soll das zehn Jahre ältere Opfer erstochen haben.

KleinWanzleben l Viele der Nachbarn können es noch nicht fassen. In der Nacht zum Sonntag ist nach einem Trinkgelage in der Wohnung eines Plattenbaus in Klein Wanzleben ein 48-jähriger Mann erstochen worden. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. "Wie oft zugestochen worden ist, wollen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen", erklärte am Montag Polizeisprecher Marc Becher von der Polizeidirektion Nord in Magdeburg. Fest steht aber, dass die Stichverletzungen zum Tod geführt hatten. Die Tatwaffe konnte sichergestellt werden.

Zurzeit kann rekonstruiert werden, dass die vier Männer in der Nacht zum Sonntag gemeinsam reichlich Alkohol getrunken haben. Gegen 23.30 Uhr muss es dann zwischen dem 38-jährigen Beschuldigten und dem späteren Opfer zu der folgenschweren Auseinandersetzung gekommen sein. Angeblich, so heißt es zumindest unter den Nachbarn im Ort, soll es bei dem Streit um eine Frau gegangen sein. Polizeisprecher Becher wollte das gestern aber nicht bestätigen. "Zu den Motiven können wir noch nichts sagen", erklärte er.

Zeugen alarmierten kurz nach der Messerattacke die Polizei. Der mit dem Rettungsdienst eingetroffene Notarzt begann sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen, die aber gegen 0.40 Uhr erfolglos eingestellt wurden. Die drei Verdächtigen, alle unter erheblichem Alkoholeinfluss stehend, wurden zum Zentralen Polizeigewahrsam nach Magdeburg gebracht. Dort sollten sie bis zum Sonntagnachmittag ausnüchtern, bis sie vernommen werden konnten. Die beiden Mieter der Wohnung, zwei Brüder, durften noch am Abend nach ihrer Zeugenaussage den Gewahrsam verlassen. Der 38-jährige Beschuldigte zeigte sich in den Vernehmungen bereits geständig. Er ist am Montag dem Haftrichter vorgeführt und am Abend in die JVA Burg gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags. Im Fall einer Verurteilung würde dem Klein Wanzleber im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren drohen.