Landkreis Börde l Zu spät dran, noch schnell einkaufen oder einfach nur keine Lust, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten - viele Autofahrer sind gerne mal zu schnell unterwegs. Um 7.15 Uhr startete gestern der bundesweite 24-stündige Blitzmarathon. Im Landkreis Börde wurden an sechs Standorten in den ersten zehn Stunden 2967 Fahrzeuge geprüft.

Unter diesen Autofahrern gab es 64 Verstöße, davon die meisten mit Geschwindigkeitsüberschreitungen. "Der schnellste Raser, den wir bisher gestoppt haben, fuhr mit 140 km/h, obwohl nur 100 km/h erlaubt waren. Der muss natürlich Bußgeld zahlen", berichtete Polizeisprecher Joachim Albrecht. "Der bisher schnellste Lkw-Fahrer fuhr mit 90 km/h, statt mit 60."

Der Ort mit den meisten Verkehrssündern im Landkreis Börde war bis zu dem Zeitpunkt Colbitz. "In Richtung Wolmirstedt wurden 23 Verstöße der 64 gemeldet." Absoluter Spitzenreiter war jedoch die B71. "Auf Bundes- und Landstraßen gibt es natürlich die meisten Verstöße", erklärte Albrecht weiter. Außerdem gäbe es natürlich reichlich "Nebenprodukte", die bei einer Prüfung auffallen, wie Albrecht erklärt. "Da gibt es dann zum Beispiel Autos, bei denen der TÜV abgelaufen ist."

Einer der sechs Standorte war in der Bülstringer Straße in Haldensleben, gegenüber der Otto-Boye-Grundschule - eine 30er Zone. Dort sorgten Polizeikommissar Steven Majchrzak und Polizeihauptmeister Micha Schulka für Ordnung. "Dafür, dass wir erst 11 Uhr vormittags haben, mussten wir schon relativ viele Leute anhalten. Und das, obwohl hier eine Schule ist", erklärte Majchrzak erstaunt. "Der schnellste Raser bisher fuhr mit 51 km/h."

Doch wer glaubt, dass vor allem Männer dazu neigen, nicht auf die Geschwindigkeitsbegrenzung zu achten, liegt falsch. "Bisher haben wir erst drei Männer angehalten. Ansonsten sind nur Frauen zu schnell gefahren. Zwei sogar mit einem Kind im Auto", sagte Schulka. "Ich verstehe das nicht so ganz. Schließlich sind unsere Standorte doch überall angekündigt worden."

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Raser im Landkreis Börde allerdings gesunken, erklärte Polizeisprecher Albrecht. Er gab sich beruhigt: "Das ist definitiv ein positives Ergebnis. Man spürt eine gewisse Vorsicht bei den Fahrern. Ich kann sagen, dass wir mit den bisherigen Zahlen mehr als zufrieden sind." Und weiter: "Auch, wenn der Blitzmarathon noch nicht vorbei ist: Ich rechne nicht damit, dass sich an dem bisherigen Ergebnis noch groß etwas ändern wird."