Es ist das ehrgeizigste Ziel des Landkreises Börde in den kommenden Jahren: Der Neubau des Verwaltungsgebäudes im Herzen von Haldensleben. Nach einer mehrjährigen Planungsphase geht es jetzt in die nächste Runde. Bereits im Oktober soll mit dem Bau des Parkplatzes begonnen werden.

Haldensleben l Lichtdurchflutete Räume, zwei große Innenhöfe und jede Menge Platz für Mitarbeiter und Besucher. Das Konzept für den Neubau des Kreishauses an der Bornschen Straße, das das Aachener Planungsbüro "Carpus und Partner" entwickelt hat, verspricht Funktionalität und Bürgernähe gekoppelt mit moderner Architektur. Zwei miteinander verbundene würfelförmige Gebäude, die Arbeitsplätze für 400 Verwaltungsmitarbeiter bereitstellen, Platz für einen großen Sitzungssaal und eine Kantine haben. Dort, wo sich die beiden Würfel treffen, wird ein besucherfreundliches Foyer mit Wartezonen entstehen. Die Rasterbauweise der Büros soll für leichte Orientierung sorgen und auch eine Verschiebung von Fachdiensten und Personalstrukturen ermöglichen. Das Planungsbüro hatte sich gegen rund 50 Mitbewerber erfolgreich durchgesetzt und am Ende die Verwaltung überzeugt.

Bis Ende 2016 soll das neue "Herz des Kreises", wie Landrat Hans Walker (CDU) es bezeichnet, bezugsfertig sein. "Die Zielstellung ist anspruchsvoll, aber schaffbar", so der Landrat. Und die Kreisverwaltung hat auch keine andere Wahl. Zum 31. Dezember 2016 läuft der Mietvertrag für den jetzigen Verwaltungssitz in der Gerikestraße aus. Allerdings ist geplant, dass letzte Innenausbauten in dem neuen Kreishaus erst bis Mitte 2017 erledigt sind. Der Rohbau hingegen soll laut Planung bereits Ende des kommenden Jahres stehen.

"Es gibt sehr viel zu beachten", beschreibt Isolde Prost, die zuständige Fachbereichsleiterin. So sei zum Beispiel zum 1. Januar dieses Jahres das neue Energiegesetz in Kraft getreten, wonach neue verbindliche Vorgaben bei einem solchen Bau zu beachten seien. "Das kostet uns richtig viel Geld", so Prost. Allerdings würden energiesparende Einbauten auch die folgenden Betriebskosten erheblich senken.

Die auch schon im Kreistag geäußerten Befürchtungen, dass der kreiseigene Baugrund für einen solchen Neubau nicht stabil genug wäre, sieht Prost nicht. "Wir haben einen Baugrundgutachter beauftragt und der hatte keine Einwände", so die Fachbereichsleiterin. Demnach gebe es keine Überflutungsflächen an diesem Standort, zudem werde ohne Keller gebaut. Der Baugrundgutachter werde während der gesamten Bauzeit stets beteiligt sein. Prost verweist auch darauf, dass dieses Grundstück schließlich schon einmal bebaut war. "Wir haben keine Gefahr in Verzug. Die Statik ist projektiert und wir müssen nicht damit rechnen, dass plötzlich irgendetwas wegbricht, weil der Baugrund zu feucht ist", unterstreicht der Landrat.

Während für den Bau des Kreishauses in diesem Jahr zunächst die Ausschreibungen für die einzelnen Bauarbeiten beginnen, wird bereits im Oktober mit dem Bau des neuen Parkplatzes gegenüber des Verwaltungssitzes begonnen. "Der Parkplatz soll zuerst fertig gestellt werden, damit wir uns beim Bau des Kreishauses nicht in die Quere kommen", so Prost. Denn, so ehrlich müsse man sein, sei der Platz dort schon sehr beengt. Zudem könnte der Parkplatz dann auch als Lagerfläche für die Baumaterialien genutzt werden. Die abschließende Pflasterdecke des Parkplatzes wird erst aufgetragen, wenn der Neubau steht.

In der nicht öffentlichen Präsentation des Vorhabens vor Verwaltungsmitarbeitern und Kreistagmitgliedern am Mittwochabend hätten die Pläne für wahre Euphorie gesorgt, so Hans Walker. Sowohl die Verwaltungsmitarbeiter als auch die Kommunalpolitiker seien begeistert über die Planung von "Carpus und Partner" gewesen. Für Isolde Prost ist das besonders wichtig. "Wir machen eine Gratwanderung. Auf der einen Seite geben wir schließlich Steuergelder aus, auf der anderen Seite haben aber auch unsere Mitarbeiter bestimmte Wünsche und Vorstellungen."

Mindestens 60 Jahre soll das neue Kreishaus dann stehen. So ist es in der Nutzungsdauer angegeben.

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