Kindern bereits im Vorschulalter Spaß an Sport und Bewegung zu vermitteln, das ist das Ziel des landesweiten Projektes "Sportkinder". Der zehnte Geburtstag ist am Wochenende in Haldensleben gefeiert worden. Denn hier gibt es ganz besonders aktive Vertreter dieser Initiative.

Haldensleben l Die Ohrelandhalle war am Sonnabendvormittag fest in der Hand von Erzieherinnen und Übungsleiterinnen aus ganz Sachsen-Anhalt. 46 Teilnehmer von Halle bis Eisleben waren nach Haldensleben gekommen, um bei mehreren Workshops der Landessportjugend neue Tipps und Methoden für den Kindersport zu erhalten. Mit einfachen Mitteln und viel Musik haben sie gelernt, wie man den Nachwuchs im Kindergartenalter für Bewegung begeistern kann. Der ganze Tag stand im Zeichen des zehnten Geburtstages der "Sportkinder".

Als die Sportjugend Sachsen-Anhalt vor zehn Jahren das Projekt "Sportkinder" aus der Taufe gehoben hat, konnte sie mit einer solchen Erfolgsgeschichte wohl kaum rechnen. Seit dem Start des Projektes im Jahr 2004 wurden zahlreiche Kooperationen mit Kindertagesstätten und Vereinen geschlossen. Trainer besuchen die Kindereinrichtungen und bewegen sich gemeinsam mit dem Nachwuchs. "Das Projekt trägt mit dazu bei, eine engere und langfristige Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen und Kindertagesstätten noch stärker als bisher zu entwickeln. Einige der Kinder konnten langfristig als neue Mitglieder für die Sportvereine gewonnen werden", erklärt Katrin Bach von der Sportjugend.

Die Sportjugend bietet regelmäßig Weiterbildungen für Erzieherinnen, Eltern und Trainer an. So gab es landesweit 39 Aktionstage "Kinder spielend bewegen" in 20 unterschiedlichen Orten im gesamten Land. 1524 Teilnehmer haben an den Workshops teilgenommen - nur 163 davon waren Männer. Aber das Projekt will nicht nur den Sport in Kita und Verein fördern, sondern auch Eltern animieren, sich mehr mit ihrem Nachwuchs zu bewegen. "Die Veränderung im Lebensalltag von Kindern, besonders der Mangel an natürlichen Bewegungen wie Laufen, Hüpfen und Springen führen oft zu einer unausgewogenen Entwicklung koordinativer Fähigkeiten und damit des allgemeinen Bewegungsverhaltens", erklärt Katrin Bach. Bewegung, Spiel und Sport würden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder selbständiger werden.

Auch in Haldensleben wird seit zehn Jahren gemeinsam mit Eltern und Kindern geturnt. HSC-Übungsleiterin Nicole Job trifft sich einmal die Woche mit Familien, um gemeinsam Sport zu treiben und zu spielen. Das Familienturnen des Haldensleber Sportclubs erfreut sich inzwischen einer so großen Beliebtheit, dass es lange Wartelisten gibt. Woran es aber leider mangelt, sind ehrenamtliche Übungsleiterinnen, die Nicole Job in ihrem Engagement unterstützen.

Bis 2011 wurden die "Sportkinder" vom Land Sachsen-Anhalt gefördert. Inzwischen unterstützt die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (Mibrag) das Projekt. Katrin Bach hofft, dass sich in Zukunft weitere Förder- oder Sponsorengelder auftreiben lassen, damit sich die Erfolgsgeschichte der "Sportkinder" weiterschreiben lässt.