Neubau oder Sanierung? Unter diesem Aspekt hat sich der städtische Bauausschuss mit der Kita Wirbelwind in Süplingen beschäftigt. Das Urteil fiel am Ende zwiespältig aus.

Haldensleben l "Die Kindertagesstätte ist schön gelegen. Auch die Fassade mit der Holzveranda ist schön", erklärte Holger Waldmann, Abteilungsleiter im Bauamt der Stadt, während der Sitzung. Gleiches gelte für die Sanitäranlagen. Allerdings sei unbekannt, wann das Haus gebaut wurde. "Wir haben auch keine richtigen Bauakten zur Gebäudesituation." Neben dem Hauptgebäude gibt es einen Anbau, in dem sich der Krippenbereich befindet.

Ein erstes Problem sei jedoch die fehlende Barrierefreiheit. Schon im Eingangsbereich gebe es mehrere Stufen. Auch im Inneren des Gebäudes sind immer Absätze und Schwellen zu finden. Die Gruppenräume des Hauptgebäudes befinden sich auf zwei Etagen, die durch ein großes Treppenhaus miteinander verbunden sind.

Um sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort zu machen, hatten bereits die Mitglieder des Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschuss eine Sitzung in der Kita Wirbelwind abgehalten.

"Malermäßig ist alles gut in Schuss gehalten", urteilte Holger Waldmann. Bei den Spielgeräten im Außenbereich gebe es jedoch Handlungsbedarf: "Sie sind alle in die Jahre gekommen und müssten mittelfristig ersetzt werden", so der Abteilungsleiter.

Die Kita sei teilweise unterkellert. Allerdings gebe es dort Probleme mit aufsteigendem Grundwasser. "Feuchtigkeitsschäden sind überall sichtbar", sagte Waldmann. Die Heizungsanlage sei schon älter. Die Heizkörper stammten teilweise noch aus DDR-Zeiten. "Die Betreuungsfläche ist rein rechnerisch ausreichend. Aber es fehlen Nebenräume. Der Grundriss ist sehr ungünstig gegliedert."

Das Kita-Gebäude "sei nicht für diesen Zweck gebaut worden", fasste Dezernent Henning Konrad Otto am Ende von Waldmanns Vortrag zusammen. "Der erste Eindruck ist freundlich und schön. Im Krippen- und Kindergarten-Bereich ist das Gebäude von der Substanz her sanierungsfähig - aber nicht von der Struktur her", sagte Henning Konrad Otto. "Wenn wir Fördermittel für einen Neubau bekommen, sollten wir das unbedingt machen." Das Gelände sei dafür in jedem Falle groß genug. "Ich denke, es ist nur ein Ersatzneubau möglich", befand auch Ratsherr Rüdiger Ostheer (CDU).

Hintergrund: Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, zwei separate Fördermittelanträge für die Süplinger Kindertagesstätte Wirbelwind zu stellen - einmal für einen Neubau und einmal für eine Sanierung. "Aber wenn wir Fördermittel für eine Sanierung bekommen, müssen wir sehr genau gucken, ob wir das Geld wirklich nehmen", erklärte Henning Konrad Otto während der Sitzung des Bauausschusses.

In keinem der beiden Anträge taucht der bestehende Hort der Kita auf. Das hatte während der Stadtratssitzung und auch im Vorfeld für Diskussionen gesorgt (Volksstimme berichtete). Doch auch während des Vortrages von Holger Waldmann kam das Hortgebäude nicht gut weg: "Es wurde vermutlich als Notunterkunft gebaut und war von Anfang an mit einer begrenzten Lebensdauer gesegnet." Bei vergleichbaren Häusern liege diese bei etwa 50 Jahren. "Die dürften längst abgelaufen sein. Das Gebäude ist nicht zu sanieren", urteilte Waldmann.

Als nächstes will sich der Bauausschuss mit den Kindertagesstätten Regenbogen in Althaldensleben und Birkenwäldchen in Satuelle beschäftigen. Auch für diese beiden Einrichtungen hat die Stadt Fördermittel beantragt.