Heftige Debatten gibt es derzeit über den künftigen Namen der Flechtinger Grundschule. Während die Schule "Sebastian Kneipp" als Namensgeber in Anlehnung an das Schulkonzept favorisiert, plädieren einige Mitglieder des Flechtinger Gemeinderates für einen auf die Region bezogenen Namen.

Flechtingen l Die Sanierungsmaßnahme an der Grundschule Flechtingen geht dem Ende zu. Die Schule hat bei der Verbandsgemeinde Flechtingen einen Antrag auf Namensgebung eingereicht, über den der Sozialausschuss bei der Sitzung am Donnerstagabend befinden sollte.

Sven Fahrenfeld (FUWG), stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses der Verbandsgemeinde Flechtingen, erklärte, dass er sich im Vorfeld mit der Schulleiterin Ines Warschewske zusammengesetzt hatte, um Zusammenhänge zu verstehen. Fahrenfeld erklärte: "Als klar war, dass es für die Schulsanierung eine Förderung gibt, gab es im Oktober 2013 den Aufruf der Schule, Namensvorschläge einzureichen. Aus den 15 Vorschlägen wurde der Name ,Sebastian Kneipp` favorisiert. Der Favoritenname ging über Monate durch alle Instanzen der Schule. Lehrer und Eltern machten sich Gedanken. Es wurde ein Elternbrief verfasst, zu dem es keine Einwendungen gab." Einstimmig wurde der Name dann auch bei der Schulgesamtkonferenz bestätigt. Der Name "Sebastian Kneipp" würde nach Ansicht des Antragstellers sehr gut in das Schulkonzept "Bewegung macht Schule" passen.

Volker Fickendei-Weidemann (SPD) meldete sich zu Wort und schilderte: "Der Gemeinderat Flechtingen hatte das Thema schon einige Male auf dem Tisch. Es gab immer eine heiße Diskussionsrunde. Der Gemeinderat ist sehr zerstritten darüber, denn einige wollen den Namen ,Sebastian Kneipp`, aber die Mehrheit nicht, denn sie favorisieren einen Namen mit regionalem Bezug." Es wäre damals versäumt worden, dem Lehrerkollegium mitzuteilen, dass sich im Flechtinger Rat die Namensgebung zum Streitthema entwickelt hatte. Fickendei-Weidemann kritisierte, dass bei der Gesamtkonferenz der Schule kein Vertreter der Gemeinde anwesend war.

Chris Siegmann (Die Linke) schilderte die ablehnende Haltung. "Heutzutage müsste man vorsichtig mit personengebundenen Namen sein. Und was machen wir, wenn sich in fünf Jahren das Schulkonzept ändert?", fragte sie in die Runde.

"Es gibt in der Bevölkerung ganz kritische Bemerkungen, die sagen: ,Wie könnt ihr denn der Schule diesen Namen ,Sebastian Kneipp`, der keinen Bezug zum Ort hat, geben", sagte Fickendei-Weidemann. Er nimmt an, dass aufgrund der Zerstrittenheit das Thema bei der letzten Zusammenkunft des Flechtinger Gemeinderates erst gar nicht zur Beschlussfassung auf die Tagesordnung gekommen sei. So schlug er vor, der Schule erst einmal keinen Namen zu verleihen und abzuwarten, bis die Gemüter sich beruhigt haben. Später solle dann nach einer vernünftigen Lösung gesucht werden.

"Es gibt die Variante, das Thema nach hinten zu schieben. Aber so emotional wie die Diskussionen auf beiden Seiten sind, wird es auch später schwierig, im ruhigeren Fahrwasser eine Lösung hinzukriegen", gab Fahrenfeld zu bedenken.

"Es tut mir leid. Ich kann beide Seiten verstehen. Es ist eine gute Sache, die Schule wird ausgebaut und nun streitet man sich um des Kaisers Bart. Der Verbandsgemeinde den Schwarzen Peter zuzuschieben, kann keine Lösung sein. Die Verbandsgemeinde ist zwar der Träger, aber die Flechtinger sind viel enger mit der Schule verbunden", sagte Torsten Kniep (FUWG). "Wir sollten das Thema nicht einfach aufschieben, sondern eine Lösung anbieten", betonte Fahrenfeld.

Christian Jungenitz (CDU) fragte nach, ob nicht doch beide Seiten für ein Gespräch an einen Tisch zu kriegen sind."Unser erster Ansprechpartner ist die Schule. Der Wunsch der Schule liegt auf dem Tisch, dem sollten wir entsprechen", sagte Frank Alvermann (FUWG).

Hubertus Nitzschke (FUWG), Vorsitzender des Hauptausschusses, der die Diskussion als Gast verfolgte, meldete sich zu Wort: "Wir - als Mitgliedsgemeinde Calvörde - haben das selbst entschieden. Ihr Flechtinger müsst euch doch schlüssig werden, wie eure Schule heißen soll. Bei uns konnten alle mit dem Vorschlag für die Wegenstedter Grundschule ,Am Wald` leben." Nitzschke schlug vor, das Thema wieder zum Flechtinger Gemeinderat zu geben.

Daraufhin einigte sich der Ausschuss einstimmig, den Tagesordnungspunkt an die Gemeinde Flechtingen zu geben und so um eine Empfehlung zur Namensgebung zu bitten. Dieser Empfehlung würde sich der Ausschuss anschließen. Doch Eile sei geboten, denn die Namensweihe zur Schuleinweihung soll am 12. Dezember erfolgen. Wegen der Dringlichkeit sollte so schnell wie möglich eine Zusammenkunft des Flechtinger Gemeinderates erfolgen. Der Verbandsgemeinderat, der am 15. Oktober tagt, habe als Träger der Schule dann endgültig das letzte Wort zur Entscheidung.

   

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