Mit Demokratie und Toleranz haben sich die Neuntklässler der Wolmirstedter Leibniz-Schule im Rahmen der "Interkulturellen Woche" beschäftigt. Projektergebnisse wurden im Bildungs- und Freizeitzentrum vorgestellt.

Wolmirstedt l Im Rahmen der bundesweiten "Interkulturellen Woche" haben sich auch Schüler der 9. Klasse der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Schule aus Wolmirstedt mit Toleranz und Demokratie beschäftigt. Drei Projekttage haben die Schüler in der vergangenen Woche im Bildungs- und Freizeitzentrum Wolmirstedt (BFZ) verbracht. Das Projekt wird vom Lokalen Aktionsplan Börde und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt gefördert.

Unter dem Thema "Du und Ich - Interkulturelle Vielfalt und Demokratie" begaben sich die Jugendlichen unter anderem auf Spurensuche in Magdeburg: Die Schüler sollten die französischen Einflüsse in der Landeshauptstadt ausfindig machen. "Ein Beispiel war die ehemalige Augustinerkirche. Die wurde im Jahr 1690 vom Kurfürst Friedrich Wilhelm als Gemeindekirche den französischen Glaubensflüchtlingen, den Hugenotten, zur Verfügung gestellt", erklärt Pädagogin Renate Kriegel vom BFZ. Für die Schüler sei es wichtig, gegenüber anderen Kulturen offener zu werden, sagt Kriegel.

Am letzten Projekttag stellten die Jugendlichen im BFZ in einer Präsentation ihre Ergebnisse zum Thema Interkulturalität vor. Verschiedene Gäste, darunter Ann Fabini, Integrationskoordinatorin im Landkreis Börde, oder Hora Burk, eine Künstlerin mit Migrationshintergrund aus Haldensleben, sowie der Schulleiter der Leibniz-Schule, Ingolf Berg, hörten den Neuntklässlern interessiert zu.

"Unsere Namen haben auch einen interkulturellen Einfluss."

Maya Schilling, Schülerin

Eine Schülergruppe präsentierte selbstgenähte Bälle, die symbolisch für das Spielzeug stehen sollen, das ärmere Kindern in Afrika auch nur zur Verfügung hätten. Aus Zeitungspapier und Stoff formten die Schüler mit Nadel und Faden die kleine Bälle. "Ich habe am Ende die meisten Bälle zusammengenäht. Meine Finger taten danach richtig weh", erzählt die 16-jährige Michelle Bernhardt.

"Die Projekttage haben uns sehr gefallen", sagt die 15-jährige Lisa Görsch. "Wir haben viel dazugelernt über Toleranz und andere Glaubensrichtungen. Außerdem wissen wir jetzt, dass alle unsere Namen auch einen interkulturellen Einfluss haben", erklärt Maya Schilling. Ihr Vorname, sagt die 14-Jährige, komme aus dem Indischen. "Ich glaube, wir leben alle interkulturell, da wir auf Reisen in andere Länder die dortigen Kulturen kennenlernen", erläutert die Schülerin weiter.

Schon vor der Projektwoche haben die Neuntklässler keine Vorurteile gehabt, erklärt Lisa Görsch. "Wir haben nie jemanden ausgeschlossen. Aber durch das Projekt sind wir noch weltoffener geworden." Teamarbeit habe vor allem an erster Stelle gestanden. "Wir haben uns zum Beispiel beim Basteln der Bälle immer gegenseitig geholfen", erzählt Maya Schilling.

Auch Integrationskoordinatorin Ann Fabini war begeistert von der Präsentation der Schüler. "Man hat gemerkt, dass die Jugendlichen ihre innere Einstellung überdacht haben und toleranter geworden sind." Laut dem Schulleiter der Leibniz-Schule, Ingolf Berg, haben sich die Schüler auch in Sachen soziale Kompetenz weiterentwickelt. "Dazu müssen wir auch als Schule einen Beitrag leisten. Demokratie ist ein wichtiges Thema. Alles, was die Schüler während der Projekttage gelernt haben, werden wir auch im normalen Unterricht einbauen", sagt Ingolf Berg.