Eintauchen in fremde, ganze neue Welten - das konnten in den vergangenen Monaten die Schüler der 9. Klassen des Weferlinger Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Das Ergebnis: ein Weltenbaum.

Weferlingen l Im Rahmen des Projektes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" entstand in einem Prozess von der Ideenfindung, Skizzierung, der Suche nach Helfern und Unterstützern bis hin zur Schaffung des eigentlichen Objektes der "Weltenbaum". Am Donnerstag wurde das Kunstwerk vor dem Eingang des Gymnasiums eingeweiht.

"In den vergangenen Wochen kamen immer mal wieder Leute vorbei, die uns gefragt haben, was denn da entstehe und ob sie es fotografieren dürften", erzählte Thomas Griesbach, stellvertretender Schulleiter. Natürlich durften sie, schließlich geht es auch darum, die Gedanken von Toleranz, Akzeptanz und Gewaltlosigkeit in die Welt hinaus zu tragen.

Zugegeben, die Plastik ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, auf den ersten Blick sieht man Holz und Steine. Mehrere, meist gekreuzte Stämme ragen empor und strecken sich der Sonne entgegen. "Dafür haben wir Lärche verwendet", informierte Künstler Bernd Pielemeier. Der Bildhauer aus Seggerde hatte die Schule bei der Umsetzung sehr unterstützt. Dafür gebührte ihm Dank und Anerkennung der Schüler und des Schulfördervereins, der das Projekt unterstützte.

An die Stämme angebracht haben die Schüler zahlreiche Steinplättchen aus Marmor, Syniten, Gneisen und Graniten. "Das Schwierigste war, die Steine an den acht Stämmen zu befestigen", so Bernd Pielemeier. Mit einem speziellen Diamantbohrer wurden die Steine in seiner Werkstatt bearbeitet und schließlich nach den Sommerferien an das Holz geschraubt.

Sieben der acht Hölzer kreuzen sich in ihrem Streben gen Himmel, nur der achte tanzt aus der Reihe. Auch das möchten die Schüler wie die vielen unterschiedlichen Steinplättchen als Symbol verstanden wissen. Die Plättchen sollen Blätter sein, so unterschiedlich in Farbe und Form und doch so verbindend wie die Menschen selbst es auch sind. Die achte Stange entspringt wie alle anderen auch einem der drei Standhölzer, doch schlägt sie, einem jungen Trieb gleich, einen direkten, unverstellten Weg zum Sonnenlicht ein.

Trotz dieser Besonderheit ist sie Teil eines Ganzen, wie jeder einzelne Mensch in all seiner Besonderheit Teil der Gemeinschaft ist. Eine Gemeinschaft, die nach Ansicht der Weferlinger Schüler danach streben sollte, weltweit friedvoll und tolerant miteinander umzugehen, und zwar in jeder Welt: der Unterwelt (beim Baum das Wurzelwerk), auf der Erde (Stamm und Äste) und im Himmel (Krone).

Celina, Lucas, Isabell, Imke, Joanne und Elisabeth erläuterten in kurzen Vorträgen Gedanken und Inhalte der Plastik, die nun für künftige Generationen Ansporn und Denkmal zugleich darstellen soll.

Schulleiterin Kornelie Wahner-Willems rief die jetzigen 8. Klassen auf, sich schon Gedanken über eine Fortsetzung des Projektes - in welcher Form auch immer - zu machen. "Wir sehen uns in einem Jahr am 2.Oktober an dieser Stelle wieder", kündigte sie an.

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