Der Diebstahl von Kraftstoff nimmt auch im Landkreis Börde zu. Dabei hinterlassen die Spritdiebe selten Spuren. Doch jetzt standen zwei Dieseldiebe in Haldensleben vor dem Richter. Ein Mann bekam eine Bewährungsstrafe und Sozialstunden, der andere Spritdieb muss eine Geldstrafe zahlen.

Haldensleben l Am 15. November 2012 zapften die Diebe auf der Baustelle einer Tiefbaufirma zwischen Morsleben und Marienborn Dieselkraftstoff ab. Die installierten Bildkameras zeigten Fotos mit zwei polizeibekannten Männern.

Jetzt mussten sich die 26- und 51-Jährigen vor dem Kadi verantworten. Laut Anklagepunkt eins zapften sie in der Tatnacht 80 bis 100 Liter Diesel aus einer Baumaschine ab, nachdem sie den Zaun des Geländes beschädigt und den Tankverschluss geknackt hatten. Beide Angeklagten bestritten den Dieselklau und präsentierten sich bis zum Schluss als Unschuldslämmer. Ein Polizeibeamter vom Revier Börde jedoch sagte als Zeuge aus, dass er die Männer aus seiner beruflichen Tätigkeit seit vielen Jahren kenne und sie vernommen habe. "Wenn der 26-Jährige schwindelt, wird er knallrot", so der Zeuge. Gemeinsam mit mehreren Kollegen habe er nach Auswertung der Bilder beide Angeklagten auch an Hand der Körpergrößen und Bewegungsabläufe sowie der Brille des einen zweifelsfrei als Täter identifiziert.

Das Gericht verurteilte den 51-Jährigen wegen schweren Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung. Dazu kommen 50 Sozialstunden nach Weisung eines Bewährungshelfers. Sein ebenfalls mehrfach vorbestrafter Kumpel wurde in diesem Punkt der Anklage freigesprochen, weil nach Auffassung der Richterin sein Gesicht auf dem Foto der Überwachungskamera unscharf ist.

Im zweiten Anklagepunkt jedoch kam der 26-Jährige nicht mit einem blauen Auge davon, obwohl er auch diesen Vorwurf mit hochrotem Gesicht vehement bestritt. In diesem Fall zeigte die Überwachungskamera ein gestochen scharfes Konterfei des Angeklagten, als er am 16. September 2013 auf einer Kompostieranlage bei Erxleben um die 100 Liter Diesel von einer Maschine abzapfte. Der Gesamtschaden betrug einschließlich der Sachschäden etwa 600 Euro.

Das Gericht verurteilte den jungen Mann zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (120 Tagessätze á 30 Euro) und zum Schadensersatz von 500 Euro an die geschädigte Firma.