Die Sanierung des Oebisfelder Rathauses wird anders laufen als bisher angenommen. Ein Holzgutachten hat ergeben, dass der komplette Dachstuhl ausgetauscht werden muss, was bei laufendem Betrieb nicht zu realisieren ist.

Oebisfelde-Weferlingen l "Der ganze Dachstuhl muss ausgetauscht werden", informierte Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) bei der Ortsratssitzung ihre Ratskollegen. "Es gibt starke Schädigungen im Dachstuhl und in den Balken. Sowohl die Deckenbalken des Obergeschosses als auch die Balken zwischen dem Erd-und Obergeschoss sind betroffen", bestätigte Einheitsgemeindebürgermeisterin Silke Wolf.

Bei laufendem Verwaltungsbetrieb könnten ihrer Aussage nach die Schäden nicht behoben werden. Ein Umbau des Oebisfelder Rathauses muss nach dieser Erkenntnis ganz neu besprochen werden - eine Information zu den vorliegenden Tatsachen werde demnächst allen Stadträten gegeben, erklärte Silke Wolf. Nun müsse ein neuer Kostenrahmen ermittelt werden, zudem seien denkmalschutzrechtliche Sachverhalte zum Bauantrag zu regeln und Fördermittelstellen ausfindig zu machen. "Unter günstigen Umständen wäre für den Umbau ein zeitlicher Rahmen nach 2016/2017 denkbar", so Silke Wolf.

Weil im Rathaus weitere bauliche Mängel zu beheben sind, beispielsweise wurden feuchte Stellen und ein fortschreitendes Absenken des Anbaus entdeckt, werde der Umbau voraussichtlich eine beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen. Vor allem müsse in dieser Zeit die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung aufrecht erhalten werden. Verantwortliche Mitarbeiter haben dazu schon mit mehreren Gedanken gespielt, wie auch Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch im Ortschaftsrat erklärte.

"Neben vielen anderen Aspekten ist die größte Schwierigkeit unser Servernetz."

"Neben vielen anderen Aspekten ist die größte Schwierigkeit unser Servernetz. Wir haben Standleitungen, die Oebisfelde mit unserer Außenstelle in Weferlingen verbinden", informierte Silke Wolf. So könne die Verwaltung nicht mal eben schnell in ein anderes Gebäude umziehen. Eine Variante wäre beispielsweise, die Bibliothek aus der Burg vor-übergehend in eine Schule umzulagern, um die Räume mit dem bestehenden Netz für die Verwaltung nutzen zu können. Spruchreif sei allerdings noch keine Lösung.

Für das Bürgerbüro haben die Einheitsgemeindechefin und ihre Kollegen schon detailliertere Vorstellungen. "Schon seit längerem soll ein modernes und umfängliches Bürgerbüro im Haus integriert werden", so Silke Wolf. "Dies könnte jetzt über eine ausgelagerte Lösung realisiert werden, die dauerhaft gestaltet werden soll. Ein denkbarer Lösungsvorschlag sei ein Neubau oder ein Systembau auf der Grünfläche am Marktplatz. Dort könnten drei Mitarbeiterarbeitsplätze und eine kleine Tourismusinformation sowie Warteflächen für Bürger untergebracht werden, erklärte Silke Wolf. Parkplätze könnten auf dem Marktplatz eingerichtet werden. So könnte ein ebenerdiger und gut zu erreichender Servicebereich entstehen, in dem die Bürger Vordrucke und ihre Ausweise erhalten würden, Zahlungen vornehmen und ihre Angelegenheiten regeln könnten.

Auf die Ankündigung von Oebisfeldes Bürgermeisterin Bogumila Jacksch, dass die Verwaltung vorübergehend umziehen müsste, reagierten die Ortsräte mit gemischten Gefühlen. Sie befürchten schon jetzt Kritik aus dem Weferlinger Bereich der Einheitsgemeinde. So könne es passieren, dass die Weferlinger erneut fordern könnten, einen Teil der Verwaltung zu sich zu verlagern.

Im Oebisfelder Rathaus laufe derzeit die Kostenermittlung für alle notwendigen Maßnahmen am Rathaus. Der bereits in diesem Jahr sanierte Schmuckgiebel solle laut Silke Wolf erhalten bleiben - "das war von Anfang an auch so geplant", sagt die Chefin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Und sie erklärt die folgenden Schritte: "Jetzt wird die benötigte Zimmerstruktur nach dem Umbau ermittelt. Danach wird der Stadtrat ausführlich über das Projekt insgesamt, einschließlich des Kostenrahmens, informiert."