Das Schicksal der kleinen Pia Krumsieg aus Ebendorf hat am Wochenende viele Schützen des ehemaligen Ohrekreises berührt. In Eichenbarleben traten sie im Wettbewerb an, um möglichst viel Geld für das schwerbehinderte Mädchen zu sammeln. Über 2000 Euro standen nach dem Benefizschießen zu Buche.

Eichenbarleben/LandkreisBörde l "Ich danke für die Anteilnahme, mir fehlen die Worte", sagte Andrea Krumsieg, nachdem sie den symbolischen Scheck nach dem Benefizschießen entgegengenommen hatte. Ihre Tochter Pia, die in Kürze ihren achten Geburtstag feiert, erblickte viel zu früh das Licht der Welt und ist seitdem schwerbehindert. Sie sitzt im Rollstuhl, bis heute konnte es mithilfe von Therapien erreicht werden, dass sie wenige Sekunden frei stehen kann.

Doch sie hat auch einen Wunsch: Eine Delphin-Therapie, mit der ihre motorischen Fähigkeiten verbessert werden können. In dem Flyer, den nette Menschen für Pia entworfen haben, schreibt sie mit Blick auf ihr großes Vorhaben: "Mama und Papa will ich überraschen. Ich will ihnen zeigen, dass ich mich ganz allein ins Wasser traue und dass ich mich an einem Delphin festhalten kann."

Die Teilnehmer des Benefizschießens haben das kleine Mädchen aus Ebendorf der Realisierung seines Traumes ein Stück nähergebracht. Insgesamt 89 Teilnehmer aus unterschiedlichen Orten des ehemaligen Ohrekreises - davon 21 Frauen - waren dem Aufruf des Kreisschützenverbandes Ohre-Kreis zur 16. Auflage des Benefizschießens gefolgt. Sie alle hofften auf eine gute Platzierung, als sie das Kleinkalibergewehr auf das Ziel in 50 Meter Entfernung richteten, aber über allem stand der gute Zweck. Und so konnte sich das Ergebnis am Ende des Tages sehen lassen: Mit 187 Starts haben die Teilnehmer im Zuge des Wettbewerbs genau 1801 Euro in der Kasse klimpern lassen. Einen Delphin aus Plüsch gab es für Pia dazu.

Einer, dem das Schicksal von Pia Krumsieg aber besonders nah ging, war Dr. Frank Harbauer, der sich für das Benefizschießen diesmal verantwortlich fühlte. Mit tränenerstickter Stimme berichtete er, dass er Pia mehrmals zu Hause besucht und sie als ein aufgewecktes Mädchen kennengelernt habe. Deshalb habe er sich auch über das Benefizschießen hinaus engagiert und habe Sponsoren gefunden, die die Therapie mit weiteren 550 Euro unterstützen.

Der Dank von ihm und dem Kreisschützenmeister Hartmut Neumann galt aber auch den Mitgliedern des Eichenbarleber Schützenvereins. Sie haben inzwischen zum siebenten Mal das Benefizschießen auf ihrer Anlage ausgerichtet. Gemeinsam mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens haben sie zudem die Brücke zwischen der kleinen Pia und dem Benefizschießen geschlagen. "Ich habe festgestellt, Pia war die beste Wahl, die wir treffen konnten", fasste Dr. Frank Harbauer am Ende des Tages zusammen.

Manfred Behrens schloss sich diesen Worten an und wünschte sich, dass schon bald genügend Geld für die geplante Delphin-Therapie zusammen ist und Pias Wunsch in Erfüllung gehen kann.