24 Mädchen und Jungen aus allen drei städtischen Grundschulen sind unter die Filmemacher gegangen. Sie haben gemeinsam einen sogenannten Brickfilm zum Thema Sucht gedreht, der in der Kulturfabrik seine Premiere feierte.

Haldensleben l Kein roter Teppich und auch keine Prominenten - die Filmpremiere von "Abgestellt" in der Kultur- fabrik verzichtete auf Pomp und Prunk ebenso wie auf Popcorn. Dafür gab es einen Haufen aufgeregter Kinder, und die Mädchen und Jungen konnten es gar nicht erwarten, dass ihr Film endlich über die Leinwand flimmert. Als Premierengäste hatten sie sich Eltern und Geschwister eingeladen.

Das Drehbuch zu "Abgestellt", ein Brickfilm zum Thema Sucht, stammt aus der Feder von Stephanie Koch. Die Schulsozialarbeiterin der Grundschule "Gebrüder Alstein" hat zusammen mit ihren Kolleginnen Anne-Kathrin Wiesner und Jana Scheffler von den Grundschulen "Otto Boye" und "Erich Kästner" das Filmprojekt in den Sommerferien angeschoben. "Da der Dreh eines Brickfilms sehr aufwendig ist, haben sich die Kinder lediglich die letzte Szene ausdenken, schreiben und umsetzen müssen", erklärte Stephanie Koch.

In einem Brickfilm übernehmen Lego-Figuren die Rollen der Schauspieler. Jede ihrer Bewegungen wird dabei einzeln fotografiert - Stop-Motion-Technik - und später in schneller Folge abgespielt. Doch die Kinder waren nicht nur für die Handlungen ihrer kleinen Protagonisten verantwortlich, sie hatten sich auch um die Filmkulisse zu kümmern. Auch liehen sie den Plaste-Akteuren ihre Stimme, weshalb Rollen- und Sprechtraining ebenso zum Filmprojekt gehörten. Unterstützung bekamen die Filmemacher dabei vom Medientreff "Zone" Magdeburg.

Kreativ und spielerisch haben sich die Mädchen und Jungen mit dem Thema Sucht beschäftigt. "Sie haben einfühlsam erkannt, welche Gefahren im Suchtverhalten liegen und wie man ihnen begegnen kann", so Stephanie Koch weiter. Denn schließlich haben die Schüler ihren beiden Hauptfiguren Marcel und Dori auch ein Happy End geschrieben.

Mit dem Projekt wollten die Schulsozialarbeiterinnen zudem die Vernetzung der Grundschulen voranbringen. "Die Schüler begegnen sich häufig im konkurrierenden Miteinander. Die Identifizierung mit der eigenen Grundschule ist wichtig, doch darüber hinaus soll den Kindern Gelegenheit gegeben werden, über die Grenzen der eigenen Schule hinaus aktiv zu werden und Gleichaltrige zu treffen", erklärte Stephanie Koch dazu. Und angesichts des erfolgreichen Filmprojekts sei das Ziel auch erreicht worden, meinte sie.

Und zu guter Letzt soll "Abgestellt" auch nicht im Archiv verschwinden. "Der Film lässt sich natürlich auch im Unterricht einsetzen", versicherte die Schulsozialarbeiterin.