Jahrelang war der alte Wirtschaftshof von Schloss I in Erxleben zugemüllt worden. Jetzt hat ein Ehepaar die Initiative ergriffen und mit vielen Helfern aufgeräumt.

Erxleben l Ramona und Steffen Schuster haben den Wirtschaftshof von Schloss I in Erxleben in einen ordentlichen Zustand versetzt. "Bürger, die sich nicht davor scheuen, mit zuzupacken und aufzuräumen, gibt es nicht mehr sehr viele", sagt Erxlebens Bürgermeister Gerhard Jacobs.

In unzähligen Freizeitstunden haben sie den Hof entrümpelt. "Es war unglaublich, was überall herumgelegen hat, in den Hallen und auf dem Hof selbst", erzählt Ramona Schuster. Mehrfach wurde der Hof, obwohl sehr zentral in der Erxleber Ortsmitte gelegen, von Dieben heimgesucht, die in den Hallen auch noch die letzten brauchbaren Materialien und Werkzeuge mitgehen ließen. Anzeigen wurden daraufhin erstattet.

Trotzdem haben die Schusters den Mut nicht verloren und weiter gemacht.

Als sie den Hof erworben hatten, begann zunächst eine Bestandsaufnahme, die nicht gerade sehr optimistisch stimmte. "Nicht nur die Dächer, sondern auch die Dachstühle waren vollkommen marode", sagt Steffen Schuster. Viel Arbeit, wenn man weiß, wie riesig allein die Scheunen- und Stallflächen auf dem Wirtschaftshof sind. "Wir hatten viele Helfer, die ihre Freizeit investierten, um uns hier zu helfen", lobt Ramona Schuster. Ihnen könne man nur vielmals danken.

Doch ohne den Enthusiasmus von Schusters hätten jene Helfer sicher auch nicht angepackt, wovor sich viele fürchteten.

Etliche Container wurden in monatelanger Arbeit immer wieder mit Müll, Sperrmüll, Bauschutt und anderem Unrat befüllt. Eine Aufgabe, die ziemlich zeit- und arbeitsintensiv war und erst die Spitze eines ganzen Berges weiterer Aufgaben war. Die Tore wurden frisch gestrichen, zerbröckelnde Wände neu verfugt, um dem weiteren Verfall Einhalt zu gebieten.

"So sah es hier vorher auch aus", zeigt Ramona Schuster auf die noch baufälligen Ruine im hinteren Teil des riesigen Areals. Auch das zum Hof gehörende Wohnhaus beherbergt derzeit noch mehr Arbeit als ansprechenden Wohnraum. Die letzten Mieter hatten sogar das Treppengeländer zum Heizen rausgerissen, erzählen die Schusters, damit man sich ein Bild von dem machen kann, was noch an Arbeit wartet.

"Um so etwas anzupacken, muss man schon Enthusiasmus haben", sagt Gerhard Jacobs. Darum bedankte er sich jetzt auch mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Hochprozentigem bei dem Ehepaar. "Das kann nur symbolisch sein, denn das, was Schusters hier geleistet haben, lässt sich nicht aufwiegen", so der Bürgermeister. Doch er sei froh, dass ein echter Schandfleck aus dem Ortsbild direkt an der Bundesstraße 1 verschwunden ist. Wenn sich das neue Hoftor jetzt öffnet, fällt der Blick auf einen aufgeräumen, sauberen und ordentlichen Hof samt Scheunen.

Froh sind die Schusters, dass es einen älteren Herren gibt, der auf dem Hof immer mal wieder nach dem Rechten sieht und hier und da noch etwas anpackt. Er wird stets von Hofhund Hermann und einer Katze begleitet, die einfach dazugehören.

Was sie künftig mit den großen Gebäuden anfangen, wissen sie noch nicht genau, eventuell werden sie als Lagerflächen genutzt. Die nächsten Schritte, die hinteren, verfallenen Gebäude anzupacken, warten jedenfalls schon wieder mit reichlich Arbeit.