Für den 9. Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" haben sich auf Landkreisebene 13 Orte angemeldet. Dazu gehört auch Wegenstedt. Vivien Krökel, Vorsitzende der ortsansässigen Chronikkommission, präsentierte der Jury die Besonderheiten ihres Heimatortes.

Wegenstedt l "Wegenstedt ist lebenswert und zentral gelegen. Wir haben alles, was man braucht. Wir haben einen Kindergarten, eine Schule und sogar einen Getränkestützpunkt, bei dem man Kleinigkeiten, die man zum Leben braucht, erwerben kann", zählte Vivien Krökel, Vorsitzende der Chronikkommission, auf. Die junge Wegenstedterin empfing die Jury des Wettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" und schob nebenbei den Kinderwagen, in dem Tochter Adele schlief. Als Vertreterin des Bürger- und Heimatvereins geriet sie ins Schwärmen: "Wir haben einen wunderbaren Ortskern mit einer wunderschönen Kirche. Es gibt einen Teich und einen tollen Spielplatz." Die Menschen im Ort seien offen, wollen sich engagieren und was erleben. Daher gäbe es ein reges Miteinander - vor allem in den Vereinen.

Auch Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) bezeichnete die Gestaltung des öffentlichen Lebens in Wegenstedt als außergewöhnlich vielfältig. "Es gibt elf Vereine und das bei nur 369 Einwohnern. Alle Vereine werden in der Regie des Bürger- und Heimatvereins koordiniert. Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens sei die Verleihung vom "Hirsch von Wegenstedt" als lokale Auszeichnung für engagierte Bürger. Zentrum des öffentlichen Lebens ist das Dorfgemeinschaftshaus.

Zur Jury gehörten Beate Prange vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte in Wanzleben sowie Helga Sperl vom Fachdienst Schulen und Kultur der Kreisverwaltung Börde, Simone Ilgenstein vom Fachdienst Natur und Umwelt sowie Regionalmanager Holger Mühlisch, der für die Organisation des Wettbewerbes im Landkreis Börde verantwortlich ist.

Erstes Ziel der Tour war die Geschichtswerkstatt "Samuel Walther". "Walther war ein Pfarrerssohn, der 1679 in Wegenstedt geboren wurde. Er war Lehrer und später Rektor des Magdeburger Gymnasiums. Er verfasste das Buch ,Magdeburgische Merckwürdigkeiten` und skizzierte die erste Karte des Drömlings", erzählte Vivien Krökel und führte in die benachbarte Kirche.

Die Tour ging am Dorfteich und am Spielplatz vorbei zum Jugendklub. "Wegenstedt hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Ort entwickelt", betonte Schliephake und zählte auf: "Es gibt vier landwirtschaftliche Unternehmen und sogar eine Landfleischerei. Der Ort hat unter anderem einen Frisörsalon, ein Lohnsteuerbüro, eine Gaststätte, eine Physiotherapie und ein Landkinderheim." Vivien Krökel ergänzte: "Und eine Hebammenpraxis."

"Seit mehr als 60 Jahren gibt es in Wegenstedt schon eine Kinderbetreuung", erklärte Schliephake und führte zum Neubau des Domizils der 32 "Spetzenpieper".

Mächtig stolz seien die Wegenstedter auch auf ihre Schule, in der zur Zeit 99 Kinder aus allen elf Ortsteilen unterrichtet werden. "Nach dem Entwicklungskonzept ist die Schule über einen langen Zeitraum gesichert. Es werden über das Stark-III-Programm Fördermittel beantragt. Ein Defizit ist das Nichtvorhandensein einer Sporthalle", erklärte der Bürgermeister und beschrieb Tagesstätte, Hort, Schule und Sportplatz am Wald als einen Bildungskomplex.

Im Auftrag von Wegenstedts Ortsteilbeauftragten Gerhard Reinecke (CDU) erklärte Calvördes Bürgermeister, dass der Ort, das schönste Wegenstedt der Welt sei. Das wäre nicht nur so, weil es nur ein Wegenstedt gibt, sondern weil der Ort einiges an historischen Kostbarkeiten und kulturellen Besonderheiten zu bieten habe.

Auch die geografische Lage wäre besonders reizvoll. Schliephake zählte die Bäche sowie Flüsse auf und machte damit auf eine direkte Verbindung zur Nordsee aufmerksam. Auch eine Verbindung auf Schienen haben die Wegenstedter. Von der Bahnstation aus geht es in Richtung Magdeburg oder Wolfsburg. Dadurch ist auch der Drömling per Bahn und Fahrrad für Touristen leicht erreichbar.

An der Kindertagesstätte angelangt, hatte die Jury schon viele Impressionen gesammelt, den historischen Ortskern bewundert sowie Landidylle erfahren. "Wegenstedt ist ein kleines, sehr schönes gepflegtes Dorf. Es gibt hier viele Bürger, die an der Entwicklung des Ortes beteiligt sind. Besonders interessant ist der hohe Anteil von Vereinen und das Zusammenwirken bei gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen", beschrieb Beate Prange ihre Eindrücke.

Die drei bestplatzierten Orte auf Landkreisebene werden im November dieses Jahres eine Auszeichnung bekommen. Der Siegerort qualifiziert sich für den Landeswettbewerb, der 2015 ausgetragen wird.

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