Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 480 Euro ist die Gemeinde Ingersleben gut aufgestellt. Doch im nächsten Haushaltsjahr wird es eng, denn das gute Gewerbesteuerjahr 2013 wirkt sich 2015 auf die Zuweisungen aus.

Ingersleben l Man kann sich viel über die Zahlen des Ingersleber Haushaltes für das kommende Jahr unterhalten, trotz noch vieler Unbekannter steht jetzt schon fest, dass sie nicht besser werden. Unterm Strich musste Kämmereimitarbeiterin Ilona Schmidt den Ratsmitgliedern am Montag ein Defizit von 213100 Euro kundtun.

Die Gemeinde drückt im nächsten Jahr vor allem das kräftige Gewerbesteuerjahr 2013. Die rückwirkende Berechnung sorgt dafür, dass Ingersleben im kommenden Jahr keine Schlüsselzuweisungen von Land Sachsen-Anhalt bekommt. Im Gegenteil: Vor-aussichtlich muss noch ein Finanzausgleich an das Land gezahlt werden.

"Damit müssen wir mit dem leben, was wir haben", sagte Ilona Schmidt nach der Vorstellung des kompletten Zahlenwerkes in erster Lesung.

Dabei stehen erst noch vorläufige Zahlen für die Verbandsgemeinde- und die Kreisumlage im Entwurf. Für die Verbandsgemeinde wurden 50,1 Prozent, für die Kreisumlage 40 Prozent angesetzt. Das allein macht für die vier Dörfer der Gemeinde schon über eine Million Euro an Ausgaben.

Baulich plant die Gemeinde den Ausbau der Straße Innendorf in Ostingersleben, allerdings nur, wenn dafür beantragte Fördermittel gewährt werden.

Kleinere Maßnahmen stehen in beziehungsweise an den Kindergärten in Alleringersleben und Eimersleben auf dem Plan. Bei den "Allerspatzen" soll die Fassade gedämmt und malermäßig instandgesetzt werden. Diese Maßnahme sei zwar schon in diesem Jahr geplant, sagte Bürgermeister Thomas Crackau, aber die Baufirma könne nicht pünktlich beginnen, und eine Winterbaustelle mache dort keinen Sinn.

Bei den "Teichwichteln" in Eimersleben ist vorgesehen, die Erziehertoiletten umzubauen. 5000 Euro sind dafür zunächst eingestellt.

Für das Eimersleber Sportlerheim steht der erste Bauabschnitt einer Sanierungsmaßnahme an. Dach und Fassade sind fällig und sollen in zwei Jahresscheiben realisiert werden. Für 2015 sind 40000 Euro vorgesehen, im Jahr 2016 sollen die Restarbeiten mit 38000 Euro erledigt werden.

Die Morsleber Sportler wünschen sich für ihr Domizil eine Überdachung des Eingangsbereiches. Auch eine neue, massive Tischtennisplatte für den Freiluftbetrieb soll angeschafft werden.

Darüber hinaus stehen die üblichen Unterhaltungs- und Reparaturmaßnahmen im umfangreichen Zahlenwerk.

Mit dem Stark-II-Entschuldungsprogramm des Landes kann die Gemeinde im kommenden Jahr einen weiteren Kredit umschulden und muss in dem Jahr 19800 Euro an Zinsen aufbringen.

"Wir wollen die Ortsteile am Laufen und das kulturell-gesellschaftliche Leben am Leben halten", fasste Thomas Crackau zusammen.

Trotz des Defizites gehört die Gemeinde mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 480,33 Euro zu den Gemeinden im Land mit einer verhältnismäßig geringen Verschuldung.

Der gemeindeeigene Wohnungsbestand an Mieteinheiten mit seiner guten Auslastung wirkt insgesamt positiv. Man müsse nur aufpassen, so betont der Bürgermeister, dass die Wohnungen in einem vernünftigen Zustand und damit bei den Mietern begehrt bleiben.