Die Natur genau beobachten, Pflanzen und Tiere unter die Lupe nehmen und dabei einen bewussten Umgang mit der Umwelt erlernen: Das sind Ziele des Waldfuchs-projektes. Vor Kurzem hat ein neuer Durchgang begonnen.

Von André Ziegenmeyer

und Jens Kusian

Satuelle/Haldensleben l Mit dabei sind auch die Vorschulkinder der Kindertagesstätte "Birkenwäldchen" in Satuelle. Dazu bekamen die Steppkes Besuch von Ralf Geisthardt, dem Landesvorsitzenden der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Denn die SDW organisiert das Waldfuchsprojekt in Kooperation mit den örtlichen Betreuungsforstämtern. Deshalb war auch Hubertus Hlawatsch vom Betreuungsforstamt Flechtingen mit einigen seiner Mitarbeiter nach Satuelle gekommen. Gemeinsam hatten sie den Kindern viele Geschenke mitgebracht.

So bekam jeder nicht nur eine schicke Waldfuchsmütze. Sammelboxen, Lupen, Blumenpressen und Sammelmappen mit Ausmalbildern von Pflanzen sowie Tieren gehören ebenfalls zur standesgemäßen Ausstattung. "In euren Kindergartenjahren habt ihr schon viel gelernt", erklärte Ralf Geisthardt. Erzieherinnen, Förster und Jäger hätten die Kinder dabei unterstützt.

Doch um echter Waldfuchs zu werden, erwartet die Kinder ein spezielles Programm. Knapp ein Jahr lang werden sich die Steppkes verschiedene Themen vornehmen. Zur Auswahl stehen beispielsweise "Ist der Hirsch der Mann vom Reh?", "Hat die Fichte auch Tannenzapfen?" oder "Auf den Spuren der Tiere". Jedes Kind hat eine Stempelkarte, und für jedes abgeschlossene Thema gibt es einen Stempelabdruck. Wer genug beisammen hat, darf die Abschlussprüfung ablegen. Bei Bestehen gibt es dann den begehrten Waldfuchspass.

Im Rahmen der Themen bekommen die Kita-Kinder immer wieder Besuch von den Förstern. "Im Oktober werden wir bei einer ersten Aktion Blätter und Nadeln sammeln, sie pressen und daraus ein kleines Herbarium basteln", verriet Karsten Fügner vom Betreuungsforstamt den Satueller Steppkes. Besuche im Haus des Waldes sind ebenfalls geplant.

Im Landkreis Börde machen auch Kindereinrichtungen in Flechtingen, Calvörde, Behnsdorf und Ivenrode beim Waldfuchsprojekt mit. Landesweit beteiligen sich 120 bis 130 Kindergärten mit 3500 bis 4000 Kindern. "Die Kitas sind sehr offen für das Projekt und bringen sich mit ihrem Team gut ein", lobt Projektleiter Robert Klose. "Teilweise haben wir sogar mehr Nachfragen als Ressourcen", ergänzte Ralf Geisthardt. Weitere Partner des Projektes sind laut Klose Lotto und das Landeszentrum Wald.

"Rappelkiste" ist jüngstes Projektfamilienmitglied

Und auch in Haldensleben konnten die Verantwortlichen eine Einrichtung für das Projekt gewinnen. Die Integrative Kindertagesstätte "Rappelkiste" ist jüngstes Mitglied in der großen Projektfamilie und bekam gestern Besuch von Ralf Geisthardt und Robert Klose. Die beiden Männer versorgten die Waldfüchse-Anwärter mit Arbeitsmaterialen und der obligatorischen Waldfüchse-Mütze.

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