Auf einer Süßen Tour konnte am Sonnabend die Gemeinde Hohe Börde erkundet werden. Viele machten davon - ob per Rad, Auto oder Bus - Gebrauch und erfuhren so viel Wissenswertes.

HoheBörde l Anlässlich der Süßen Tour hatte der Haldensleber Dirk Kricheldorf über den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) von Haldensleben eine Radtour in die Hohe Börde organisiert. "Im vergangenen Jahr habe ich die gleiche Tour allein unternommen und mir gedacht, dass man diese Route neben der Tour zur Klein Wanzleber Zuckerfabrik, die es schon länger gibt, anbieten kann", erklärt er den Hintergrund für das neue Angebot. Interessierte Radler aus Magdeburg sollten eigentlich mit dem Zug nach Haldensleben kommen, mussten aber letztlich wegen des Lokführerstreiks umdisponieren. Treffpunkt war also das Hopfen-Info-Haus im Groß Santersleber Ortskern.

Klaus-Dieter Schaper und Doris Lauenroth haben bereits Erfahrungen mit der Süßen Tour und zeigten gern die Exponate rund um den Hopfen- anbau. Man mag darüber streiten, ob der Hopfen nun zu den Angeboten der Süßen Tour passt, Fakt ist aber, dass der Hopfen beispielsweise in Schackensleben ein ebenso wertvolles landwirtschaftliches Produkt war wie andernorts die Zuckerrübe. "Viele von denen, die heute hier waren, kannten die Hopfenproduktion noch von früher", erklärte Doris Lauenroth. In Schackensleben wurde noch bis in die 1990er Jahr Hopfen angebaut. Das Hopfen-Info-Haus "erzählt" seit 2009 die Geschichte.

Dafür waren zur diesjährigen Süßen Tour nicht nur die 18 Radler der geführten ADFC-Tour dankbar, sondern auch die Mitglieder mehrerer Selbsthilfe- gruppen des Blinden- und Sehschwachenverbandes aus der Region um Haldensleben. Gemeinsam hatten sie, wie Alfred Grammes berichtete, eine Tour zusammengestellt, nachdem Elvira Ferrarese aus Ackendorf auf das Angebot aufmerksam gemacht hatte. Von Groß Santersleben ging es für sie, ebenso wie für die Radler, weiter nach Ochtmersleben. Erika Zimmermann übernahm hier die Führung, denn sie ist nicht nur Landfrau, sondern auch Leiterin der Ochtmersleber Selbsthilfegruppe des Blinden- und Sehschwachenverbandes. Nach einer Stippvisite in der Ochtmersleber Heimatstube ging es auf den Hof von Landfrau Anke Busse.

Die grobe Arbeit war hier schon erledigt, denn bereits am Freitag hatten fleißige Helfer etwa vier Zentner Rüben mit der Wurzelbürste geputzt und fein geschnippelt, bevor sie durch die historische Rübenraspel geschickt wurden. Nun kochte der Saft in einem alten Kessel vor sich hin. "Als wir vor sechs Jahren Rübensirup hergestellt haben, haben wir uns noch fertigen Dicksaft aus der Zuckerfabrik, aber das hat nicht geschmeckt", erinnerte sich Anke Busse. Der Aufwand ist zwar enorm, aber die Landfrau betont: "Wir machen das aus Spaß an der Freude und mit Herzblut." Und die Gäste konnten es wahrlich schmecken, denn zur Begrüßung gab es für jeden eine kleine Weißbrotscheibe mit süßen Rübensirup.

Während die Radler dann ihren Weg über Feldwege in Richtung Holunder-Kontor nach Niederndodeleben fortsetzten, hatten die Mitglieder des Blinden- und Sehschwachenverbandes ihre weitere Route über Klein Wanzleben und Langenweddingen geplant. In Ochtmersleben wurden unterdessen fast 50 Damen des Landfrauenvereins Helmstedt erwartet. Auch sie wollten sich über die alte Tradition des Rübensirupkochens informieren, ehe sie in der Wellener Bürgerscheune mit weiteren Landfrauen aus der Hohen Börde und aus Groß Rodensleben zusammentrafen. Die Bürgermeisterin der Hohen Börde, Steffi Trittel, die auch Landfrau ist, informierte die Helmstedterinnen über die Gemeindegebietsreform. Um das leibliche Wohl kümmerten sich die Wellener Heimatfreunde mit frischem Kuchen.

   

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