Anke Dittrich ist die neue Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchen- gemeinden Uthmöden und Zobbenitz mit Dorst sowie Saalsdorf, Mackendorf, Rickensdorf mit Querenhorst. Die 54-Jährige übernimmt so eine halbe Stelle im Pfarrverband Calvörde-Uthmöden und eine im Verband Saalsdorf.

Calvörde/Seggerde l Mit Anke Dittrich gibt es für sieben Orte in fünf Kirchengemeinden und damit in zwei Bundesländern eine neue Pastorin. Die feierliche Einführung hat die Propstei, die zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Braunschweig gehört, vor eine schwierige Aufgaben gestellt. Der normale Ort für so eine Zeremonie wäre die Hauptkirche im Pfarrbezirk gewesen, aber es gibt zwei Pfarrbezirke. Ein Einführung sowohl in Saalsdorf als auch in Uthmöden hätte zu sehr das Trennende betont. "Der Probst hatte die Idee, neutralen Boden aufzusuchen. Familie von Davier und die in einer Sondersitzung ersammelten Kirchenvorstände hatten den Vorschlag gern aufgegriffen", erklärte Pfarrer Jürgen Dittrich. Er bedankte sich im Namen der Propstei bei der Familie von Davier, die ihren für Konzerte ausgebauten Kuhstall auf Gut Seggerde zur Verfügung stellten, für die Gastfreundschaft. "Wir als Kirche können uns gleich wohl daran erinnern, wo der irdische Weg unseres Herrn begonnen hat - nämlich in einem Stall", ergänzte der Pfarrer.

Propst Matthias Blümel las in seiner Predigt eine nicht ganz ernst gemeinte Ausschreibung einer Pfarrerstelle mit der Überschrift: "Ihre Chance - Traumberuf Pfarrer" vor. Darin hieß es: "Das wird von Ihnen erwartet: Grundkenntnisse als Animateur, Sozialarbeiter, Kinder-, Jugend- und Altenpfleger, Organisationserfahrungen in der Reisebranche, robuste Gesundheit mit Grippe-Resistenz, Unterhaltung einer privaten Fachbücherei sowie handwerkliche Fähigkeiten bei der Instandhaltung von Pfarrhäusern..." Der Propst zitierte: "Geboten wird ein langfristig sicherer Arbeitsplatz bis 67 Jahre, überraschende Karriere- planung durch demokratisch fundierte Besetzungsrechte, erholsame Konfirmanden- Wochenenden und persön- liches Entwicklungspotential bei interessanten Vakanzvertretungen..." Etwas anders habe die Stellenausschreibung, auf die sich Anke Dittrich beworben hatte, ausgesehen. Der Propst fragte, ob das Pfarrersein wirklich ein Traumberuf sei. Es gäbe die Begegnung mit unzähligen Menschen, die das Leben bereichern. Aber es gäbe auch die andere Seite, die immer höher werdenden Ansprüche an einen Geistlichen. Blümel bedankte sich bei allen, die sich in der Vakanzzeit engagiert hatten.

Als eine weitere Aufgabe trug der Propst der Pastorin auf, Brücken zwischen den unterschiedlichen Gemeinden zu bauen. Er überreichte gemeinsam mit den Kirchenvor- stehern die Urkunde, segnete die Geistliche für die Einführung ins Amt und schenkte ihr ein Gesangsbuch.

Pfarrerin Anke Dittrich gestand, dass ihr der Abschied von ihrer ehemaligen Gemeinde - die sie heiß und innig geliebt habe - schwer fällt. Sie war elf Jahre in Harzgerode tätig. Nachdem ihr Mann im Januar die Pfarrstelle im Gemeindeverband Calvörde/Uthmöden übernommen hatte, wollte das Paar samt Tochter auch als Familie an einem Ort leben. Die Pastorin wolle aber nicht zurückschauen, sondern auf ihre neuen Aufgaben blicken. "Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes", zitierte sie einen Bibeltext. Sie erklärte: "Wer seine Hand an den Pflug legt, muss nach vorn schauen, sich auf das Wesentliche konzentrieren, damit die Furchen des Lebens gerade werden."

Das Neue für die Gemeinden sei, nur noch 50 Prozent einer Pfarrerin zu haben, die nicht mehr im Dorf wohnt. "Aber vor uns liegt die Zukunft, worauf ich mich freue. Und wenn uns Gott bei unseren Entscheidungen ein guter Begleiter ist, dann bleibt der Pfarrerberuf weiter mein Traumberuf."

 

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