Trotz milder Temperaturen wird ein Hauch von Alaska am 25. und 26. Oktober durch den Calvörder Grieps wehen, denn dort wird zum dritten Mal ein Schlittenhunde-Wagenrennen durchgeführt. Der Sachsen-Anhalter Schlittenhunde-Sportclub lädt ein, das einzigartige Flair eines solchen Rennens zu erleben.

Calvörde l Schlittenhunde sind Tiere mit einer langen Geschichte - oft waren sie die Helden von Mythen, Büchern und Filmen. "So ein Schlittenhunde-Rennen ist immer etwas Besonderes. Es ist das Auftaktrennen der Saison und das erste Rennen für den Harz-Börde Cup", schwärmt Helmut Gottschlich, Vorsitzender des Sachsen-Anhalter Schlittenhunde-Sportclubs (SASC). Er und seine Mannschaft bereiten das Rennen vor und sorgen für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Mehr als 70 Musher gehen am Sonnabend und am Sonntag in verschiedenen Klassen ab 10 Uhr an den Start. Musher ist der Fachausdruck für den Menschen, der ein Schlittenhundegespann lenkt. "Es werden über 300 Hunde sein. Vertreten sind Siberian Husky, Alaskan Malamuten, Grönländer und Samojeden", erklärt Gottschlich. Die Starter kommen aus ganz Deutschland, zum Beispiel aus Ostfriesland, der Lausitz und aus Thüringen. Zuschauer sind willkommen, die sollten aber keine Hunde mitbringen.

Die Besucher finden eine anspruchsvolle Rennstrecke vor, eingebettet in die reizvolle Landschaft im Calvörder Wald. Für die Schlittenhunde darf es aber nicht zu warm sein. "Ab 15 Grad Celsius aufwärts werden keine Starts mehr erlaubt. Wenn es wirklich warm wird, beginnen die Starts früher", erklärt Gottschlich. Die Rennen dauern, wenn alles nach Plan läuft, bis etwa 14 Uhr.

Nach den offiziellen Rennen gehen die Kinder, die mit Schlittenhunden aufgewachsen sind, mit ihren vierbeinigen Lieblingen an den Start.

"Auf der Strecke sind Läufer mit einem Hund und Gespanne mit bis zu zwölf Hunden zu sehen. Die Rennen werden an beiden Tagen bis etwa 14.30 Uhr gehen. Die Teilnehmer kommen aus fast allen Teilen Deutschlands", kündigt Gottschlich, der auch der Rennleiter ist, an.

"Wir fangen mit den Wagen an. Das sind unsere Vorbereitungen für die Schneerennen, denn die großen Wettrennen finden natürlich auf Schnee statt", beschreibt Gottschlich, der selbst mit seinen Samojeden startet.

"Schon vor mehr als 4000 Jahren wurden in Sibirien Schlittenhunde zur Fortbewegung verwendet", weiß der Vorsitzende des SASC. Die Volksstämme der Samojeden, Korjaken und Tschuktschen sowie einige andere nomadische Völker nutzten die genügsamen Tiere auf ihren Jagdreisen in der Weite der arktischen Regionen. Auf ihren Wanderungen brachten sie diese Hunde auch in andere Teile der nördlichen Halbkugel, vor allem aber über die Beringstraße nach Alaska und das übrige Nordamerika.

Die Hunde lebten weitgehend frei, waren jedoch streng erzogen. Aggressive und arbeitsunwillige Tiere wurden eliminiert - so entstanden Schlittenhunde, die durch ihre Zähheit, ihren Arbeitswillen und ihre Genügsamkeit einen hohen Nutzen hatten.

"Die Besucher haben am Wochenende das Glück, dass sie vier Schlittenhunderassen zu sehen bekommen. Aber auch die Gästeklassen mit anderen Hunderassen sind dabei", blickt Gottschlich voraus und betont: "Jede Rasse hat ihre Eigenheiten. Diese Hunde sind reine Arbeitstiere und nicht für den Schoß gezüchtet. Schlittenhunde muss man bewegen." Die Hundeschlitten-Wagen sind mit 30 Stundenkilometern unterwegs.

Wer sich an einem Rennen beteiligen möchte, sollte in einem Verein organisiert sein. "Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die zu erfüllen sind. Man muss die Rennregeln kennen. Im Einsatz ist auch ein Tierarzt in Bereitschaft. Außerdem gehen auch eine Tierärztin und eine Tierheiltherapeutin selbst an den Start", erklärt Gottschlich.

"Bei der leiblichen Versorgung der Gäste helfen uns die Wassersportfreunde vom benachbarten Sportboothafen, die für uns auch Würstchen grillen", kündigt der Rennleiter an. Der Eintritt für die Zuschauer, die das Rennen hautnah miterleben wollen, beträgt 3 Euro. Nähere Informationen zur Veranstaltung gibt es bei Gottschlich unter Telefon 0171/1977214.