Welche Funktionen haben Ameisen im Wald? Wo brütet die Bachstelze? Kinder der Grundschule Rätzlingen stellten ihr Wissen rund um Flora und Fauna auf den Prüfstand. In einem Parcours mussten die Erst- bis Viertklässler dabei nicht nur Fragen zum Thema Wald beantworten, sondern auch ihre Geschicklichkeit beweisen.

Von Anett Roisch

Rätzlingen l Der Wald-Wissen-Parcours, zu dem Mitarbeiter des Betreuungsforstamtes Flechtingen einladen, steht seit vielen Jahren bei Schülern und Lehrern hoch im Kurs - und das, obwohl Rätzlingen gar nicht so große Waldflächen besitzt.

Zuerst erhalten die Kinder Erläuterungen für das nötige Know-How, um die kniffligen Aufgaben der einzelnen Stationen zu meistern. Egal ob Baum- arten bestimmen, Spuren und Fährten zuordnen oder von einem Baum zum anderen zu hangeln - die Schüler beweisen auf dem Parcours, dass sie im Sachkundeunterricht gut aufgepasst haben und auch noch geschickt sind. "Die Kinder der Gruppe der ,Elstern` machen sich alle ziemlich gut", lobt Forstwirt Robert Lemke. Kein Wunder, schließlich machten die Spiele nicht nur richtig Spaß, sondern waren auch eine willkommene Abwechslung zur oft trockenen Theorie im Unterricht. "Das ist mal was anderes als in der Schule", fassen die Kinder der Gruppe der "Spinnen" zusammen. Auch bei Eltern und pädagogischen Mitarbeitern, die gemeinsam mit ihren Schützlingen durch den Parcours gingen, kamen die Spiele im Wald gut an.

Und Lemke, der seit 38 Jahren in der Forst tätig ist und eine zusätzliche Ausbildung als Waldpädagoge absolviert hat, weiß auch, warum: "Nicht das Wissen, sondern das Erlebnis steht dabei im Vordergrund. Wir wollen den Schülern eine positive Einstellung zum Wald näher bringen und sie für die Themen Natur und Naturschutz sensibilisieren."

Der Forstwirt erklärt, wie die Arbeitsgeräte des Wald- arbeiters aussehen und funk- tionieren. Dann fragt Lemke die Kinder ab, wer aufgepasst hat, bekommt die volle Punktzahl.

Präparierte Tiere bestimmen die Kinder am Stand von Olaf Eggeling, Büroleiter im Betreuungsamt Flechtingen. "Dieses Tier gehört zu einer Wildschafart, die bei uns natürlich vorkommt", gibt Eggeling der Gruppe der Maikäfer einen Tipp. "Eine Antilope?", fragt Julian Herbst. "Nein, die haben wir in unseren Wäldern leider nicht", sagt Eggeling schmunzelnd. "Es ist Muffelwild", erklärt der Waldexperte, der diesen Punkt nicht vergeben kann. Dafür weiß Julian ganz genau, dass das ausgestopfte Federvieh ein Rebhuhn ist. "Solche Rebhühner hat der gestiefelte Kater im Märchen für den König gefangen", berichtet der Junge.

 

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