Einen Rückschlag bei der Sanierung der Sporthalle in der Zollstraße muss die Stadtverwaltung ein- stecken. An den Leimbindern und der Dach- konstruktion wurden Schäden festgestellt. Ob dadurch das Bauende im November gehalten werden kann, ist derzeit fraglich.

Haldensleben l Eigentlich sollte die Sanierung der Sporthalle in der Zollstraße Ende November abgeschlossen sein. Ganz planmäßig, aber eben doch nur eigentlich. Denn das Bauvorhaben hat einen nicht unerheblichen Rückschlag erfahren.

Bei der Erneuerung der Hallendecke wurden Schäden an den Leimbindern, die noch aus DDR-Zeiten stammen, entdeckt. "Seit dem Unglück in Bad Reichenhall stehen solche Leimbinder unter besonderer Beobachtung", erklärt Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann.

Spezialgebiet für eine Handvoll Gutachter

"Diese Schäden waren vorher nicht absehbar", sagt Holger Waldmann vom städtischen Bauamt. Da viele Verbindungen der Dachkonstruktion zum ersten Prüftermin noch mit Farbe überzogen waren, mussten sie erst freigelegt werden, um sich einen kompletten Überblick zu verschaffen. Der zuständige Prüfer hatte daher auch ein umfangreiches Gutachten über den Zustand gefordert. "Allerdings ist es ein ganz spezielles Fachgebiet und es gibt nur eine Handvoll Gutachter deutschlandweit, die sich damit beschäftigen", so Waldmann weiter.

Mittlerweile seien aber alle Schäden aufgenommen, versichert der Bauamtsmitarbeiter. "Fest steht, dass Binder und Tragrahmen sanierungsfähig sind. Sie können verstärkt, neu verklebt oder erneuert werden", kann Waldmann wenigstens etwas Positives vermelden. Eine komplette Erneuerung der gesamten Dachkonstruktion sei daher eher unwahrscheinlich.

Wie teuer die Beseitigung der Schäden jedoch wird, kann er derzeit noch nicht abschätzen. Dazu fehle es an Erfahrungswerten. "Dafür brauchen wir ein Sanierungskonzept. Das wird vom Gutachter erstellt. Auf jeden Fall sorgen die Schäden aber für Zusatzkosten, die so nicht geplant waren", ist er überzeugt. Immerhin liegen die planmäßigen Sanierungskosten für die 1981 eröffnete Halle bei über 900000 Euro, wovon die Stadt Haldensleben mehr als zwei Drittel aus der eigenen Tasche bezahlt.

Unklar ist zudem, wie die Schäden beseitigt werden sollen. "Wir werden uns mit dem Prüfstatiker und dem Gutachter zusammensetzen, um abzuklären, ob die Arbeiten ausgeführt werden können, wenn die Halle bereits genutzt wird oder ob wir sie dafür sperren müssen", nennt Waldmann den nächsten Schritt. Zumal sich die Wintermonate kaum für die notwendigen Arbeiten eignen würden, vermutet er.

Nutzungstermine unter Vorbehalt vergeben

"Daher ist es im Augenblick noch fraglich, ob wir das geplante Bauende im November überhaupt halten können. Auch wenn die übrigen Arbeiten planmäßig verlaufen", macht Lutz Zimmermann deutlich. Zumindest seien die Vereine, welche die Sporthalle regulär nutzen, informiert worden, dass ihre Nutzungstermine für die neue Halle nur unter Vorbehalt zu betrachten sind, so der Pressesprecher.