Mit 99 Besuchern ist der Teilnehmerrekord beim Schlachtefrühstück, zu dem der Calvörder Heimatverein eingeladen hatte, geknackt. Die Gäste sind nicht nur gekommen, um es sich beim Frühstück gut gehen zu lassen, sondern sie haben auch die Kunstwerke der Hobbybastler, Maler und Handarbeitsfrauen bestaunt.

Calvörde l "Die Frauen vom Textilzirkel haben uns tolle Exponate mitgebracht. Sicherlich hat die Anfertigung dieser Sachen viel Vergnügen gemacht. Es ist schön, dass nicht nur Ältere nähen, stricken, sticken, häkeln und binden, sondern heutzutage sehr viele junge Leute Freude an Handarbeiten finden", sagt Christa Merker, Vorsitzende des Heimatvereins, bei der Begrüßung. Seit mindestens 1980 existiert der Zirkel schon.

Auch Bastler aus der Region präsentieren wieder ihre Exponate. "Harri Veit zeigt als ein sehr geschickter Mann, was man aus Naturmaterialien für schöne Holzdekorationen fertigen kann", reimt Christa Merker. Auch Holzarbeiten von Detlef Müller sind bei der Präsentation wieder dabei. "Er ist zur Zeit auf Reisen, vielleicht ist er gerade auf Hawaii?", fragt die Vorsitzende schmunzelnd und ergänzt: "Auch Heinz-Ulrich Freytag hat sich nicht in der Sonne geaalt, sondern für unsere Ausstellung tolle Bilder gemalt." Freytag verrät: "Es reizt mich zu versuchen, Werke von berühmten Malern wie Rembrandt Harmenszoon van Rijn nachzuahmen." Aber auch die Wasserburg zeichnete der Calvörder von einer historischen Postkarte ab. Durch seine geschickten Hände ist auch ein Schiffsmodell und das Ulmer Münster im Kleinformat entstanden. Seine nächste Herausforderung ist es, den Kölner Dom zu bauen.

Freude an der Nachbildung der Calvörder Sankt-Georg-Kirche hatte Hans-Otto Sickert gefunden. "Ich bin in Braunschweig geboren. Mit zehn Wochen kam ich nach Calvörde und habe hier bis zu meinem 16. Lebensjahr meine Kindheit und Jugend verbracht. In Calvörde habe ich den Beruf des Stellmachers erlernt. Ich wurde in der Kirche konfirmiert", erinnert sich Sickert, der jetzt in Magdeburg wohnt. Der 87-jährige Hobbybastler vermacht das Kirchenmodell dem Heimatverein.

Christa Merker bedankt sich bei den Frauen und Männern, die ihre Werke ausstellen. Auch Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake lobt das Geschick der Aussteller und das Engagement der Heimatfreunde, die stets interessante Veranstaltungen auf ihrem Plan haben. Die Frauen des Handarbeitszirkels versprechen beim nächsten Frühstück wieder als Ausstellerinnen mitzuwirken. Wer Lust auf Handarbeiten hat, kann am Montag, 3. November, um 18 Uhr im Haus der Begegnung den Frauen über die Schultern gucken oder selbst sein Talent testen.

"Ganz besonders freue ich mich, dass ich meine ehemalige Mitschülerin Roswitha Knoppek, geborene Engelmann, in unserer Mitte begrüßen kann", sagt Christa Merker. Roswitha Knoppek hat über ihre Erinnerungen an ihre Kindheit, Jugendzeit und ihr Elternhaus in Calvörde ein Buch geschrieben und 2009 auf Einladung des Heimatvereins daraus vorgelesen.

Als nächste Veranstaltungen des Heimatvereins stehen am Sonntag, 9. November, um 15 Uhr eine Gedenkandacht an die Reichspogromnacht auf dem jüdischen Friedhof im Grieps mit Pfarrer Jürgen Dittrich und der Tag der offenen Tür der Heimatstube am Montag, 10. November, von 14 bis 16 Uhr auf dem Plan.

   

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