25 Jahre nach dem Mauerfall und der Grenzöffnung soll es nun andersherum gehen: Die Haldensleber erwarten ihre Schwestern und Brüder aus dem Westen. Genauer gesagt aus Helmstedt. Dafür startet die Stadtverwaltung eine Werbeaktion.

Haldensleben l Bürgermeister Norbert Eichler geht mit gutem Beispiel voran. "Ich lade meinen Helmstedter Amtskollegen Wittich Schobert zu einem Besuch unseres Sternenmarktes ein", verkündet er und wedelt mit einer Postkarte, auf der Schloss Hundisburg bei Nacht zu sehen ist. "Komm doch mal rüber..." steht auf der Karte - und das ist durchaus wörtlich zu nehmen.

Für den 25. Jahrestag von Mauerfall und Grenzöffnung hat sich Haldensleben eine besondere Werbeaktion einfallen. Nicht von Ost nach West wie vor 25 Jahren, sondern von West nach Ost sollen die Besucher strömen. Doch erst nach dem 9. November. An diesem Tag findet in Haldenslebens Partnerstadt Helmstedt ein großes Bürgerfest anlässlich des 9. November 1989 statt. Er soll an den Fall der Mauer und die Überwindung der innerdeutschen Grenze vor 25 Jahren erinnern. "Zu diesem Fest ist auch Haldensleben eingeladen", sagt Norbert Eichler. "Doch das soll keine Einbahnstraße sein."

Deshalb hat die Stadtverwaltung vier Postkarten aufgelegt. Ein Luftbild von Haldensleben, eine Aufnahme von Schloss Hundisburg, das Haldensleber Rathaus mit dem reitenden Roland und die nächtens angestrahlte Ruine Nordhusen sind die jeweiligen Motive. Und auf jeder Karte prangt der Spruch "Komm doch mal rüber...". Mit diesen Karten sollen die Haldensleber Verwandte, Freunde, Bekannte oder Geschäftsfreunde aus der Region Helmstedt zu einem Besuch nach Haldensleben einladen. "Wir wollen den Helmstedtern zeigen, was wir in den vergangenen 25 Jahren in Haldensleben erreicht haben", so Eichler.

Haldensleben sei schon immer Siedlungsstandort gewesen, machte er deutlich. "Und wir sind nicht stehengeblieben, schon gar nicht in den Jahren seit 1989. Wer uns besucht, kann sehen, dass wir aus der Freiheit, die uns vor einem Vierteljahrhundert gegeben wurde, etwas gemacht haben", ist das Stadtoberhaupt stolz auf das Erreichte und wehrt sich gegen die noch immer bestehenden Vorurteile Westdeutscher gegenüber Ostdeutschland.

Bei der Aktion, für die beim Bürgerfest am 9. November in Helmstedt ganz groß die Werbetrommel gerührt werden soll, sitzen auch die Haldensleber Innenstadthändler mit im Boot. Sie locken die Besucher aus der Partnerstadt mit Rabatten und Aktionspreisen, die sie extra für die "Komm doch mal rüber..."-Kampagne anbieten. Die entsprechenden Coupons dafür gibt es beim Bürgerfest in Helmstedt.

Auch die Postkarten sind bei den Händlern erhältlich - zum Nulltarif. Sogar die Briefmarken - von der Volksstimme eigens dazu für ihren Postdienstleister "biberpost" entworfen - gibt es kostenlos dazu.

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